10. und 11. September 2022, Etappen von Reinhardshagen über Kassel nach Röhrenfurth

Natürlich regnete es in der Frühe noch einmal kräftig – gestern Abend hatte es fast 2 Stunden wie aus Eimern geschüttet – sodass ich ein weiteres Mal meine Zeltplane patschnass zusammenpacken musste. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit trocknete einfach gar nichts mehr ab. Ich blieb auf dem R1 bis Hann. Münden, anstatt 4 Kilometer zurückzufahren, um wieder auf den Weserradweg zu gelangen. Der Wind hatte nachgelassen, dafür glänzte die Strecke mit ordentlichen Anstiegen, war aber sonst sehr schön zu fahren. Fast radelte ich an Hann. Münden schon vorbei, als dann doch noch die Sonne herauskam und ich spontan entschied, noch einen Abstecher zum Weserstein und in die Altstadt zu machen.

Leider war es nur ein kurzes sonniges Gastspiel, dennoch gelangen mir einige nette Fotos. Weiter fuhr ich anschließend nach Kassel. Hier war die Strecke deutlich flacher und ich erreichte die Stadt recht zügig. Zuerst suchte ich den Waschsalon auf, steckte meine Klamotten in die Maschine und machte mich dann auf den Weg in die Innenstadt. Die jedoch war für mich eine ziemliche Enttäuschung. Es gab nicht viel zu sehen, der Stra0enverkehr war mörderisch und ständig rasten irgendwo Einsatzfahrzeuge der Polizei, Rettung oder Feuerwehr mit heulenden Sirenen vorbei. Nach nur einer halben Stunde hatte ich heftige Kopfschmerzen und sah zu, dass ich zurück zum Waschsalon kam. Meine Wäsche war fertig, ich packte sie um in den Trockner und wartete die 13 Minuten gleich dort ab, bis ich meine Kleidung rausnehmen konnte. Nachdem alles wieder in den Seesäcken verstaut worden war radelte ich weiter. Mein Ziel heute lag im 5 Kilometer entfernten Forstfeld, wohin mich ein städtischer Radweg brachte. Obwohl es keine lange Etappe gewesen war, hatte ich abends nur noch Energie für Zelt aufbauen, duschen und etwas zu essen zuzubereiten. Am aktuellen Manuskript arbeitete ich heute nicht mehr, schrieb stattdessen bloß noch den Blogartikel und bearbeitete die Fotos, bevor ich in den Schlafsack krabbelte. Das Ziel für den morgigen Tag stand noch nicht genau fest, das würde ich spontan entscheiden.

In der Nacht hatte es zwar nicht mehr geregnet, dafür gab es Hochnebel und ja, alles wieder nass. Seufz. Nach einem Kaffee verabschiedete ich mich von meiner freundlichen Gastgeberin und brach um 10:00 auf. Eilig hatte ich es nicht, da ich entweder auf dem Campingplatz Fuldawiese vor Melsungen übernachten würde – falls er nicht zu teuer war. Die Webseite bot dahingehend keine Infos und telefonisch war der Platz nur über eine Festnetznummer erreichbar. Also ließ ich es einfach darauf ankommen. Konnte ich mir den Platz nicht leisten, wollte ich mir am Fulda-Ufer irgendwo etwas zum Nächtigen suchen.

Bis zum Radweg zurück musste ich einen großen Umweg in Kauf nehmen da eine Brücke gesperrt war. Unterwegs kam ich an einer Bäckerei in Bergshausen vorbei, die auch freies WLAN anbot. Da es just in diesem Moment wieder anfing zu regnen, entschloss ich mich für eine Kaffeepause. Sogar eine Steckdose fand ich an einem der Tische im Gastraum, voll war es auch nicht.

Anschließend ging es weiter nach Fuldabrück auf einer alternativen Strecke, bis ich wieder den Radfernweg R1 erreichte. Schon durch die Vororte von Kasel musste ich einige Anstiege bewältigen, das setzte sich auch auf der restlichen Route entlang der Fulda fort, weil der Radweg zwar dem Verlauf des Flusses folgte, sich dabei aber entlang und durch die hügelige Landschaft wand. Zwischenzeitlich geriet ich ganz schön aus der Puste und musste etliche kurze Pausen wegen Sauerstoffmangel einlegen.

Nachdem der Vormittag sich eher grau und mit einzelnen Regenschauern zeigte, traute sich am frühen Nachmittag endlich die Sonne heraus. Es wurde sogar so warm, dass ich im T-Shirt weiterfahren konnte. Um 15:00 fuhr ich auf den Campingplatz und erkundigte mich an der Anmeldung nach dem Preis. 10 Euro plus 1 Euro für die Dusche, das verkraftete mein Budget gerade noch. WLAN gab es gratis obendrauf. Wie weit ich morgen fahre, weiß ich noch nicht. In Rotenburg an der Fulda gibt es noch einen Campingplatz – teurer als dieser hier – da ist allerdings auch der letzte. In Bebras gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile in der Stadt, in Fulda nur eine Jugendherberge. Unterkünfte für Radwanderer sind rar gesät. 1nitetents habe ich auch keinen einzigen mehr. Erst wieder an der Rhein-Main-Kinzig-Route bei Bad Orb. Das sind locker noch 5 Etappen, also 4 Nächte. Wird schwierig werden. Zumal auch das Wetter weiterhin wechselhaft bleiben soll, mit viel Regen. Gut für den Boden, nicht so gut für mich.

2 Gedanken zu „10. und 11. September 2022, Etappen von Reinhardshagen über Kassel nach Röhrenfurth

  1. Hann Münden, Kassel – da ungefähr bin ich aufgewachsen. Kassel hat in der Innenstadt wegen des zu hastigen Aufbaus nach dem Krieg nicht viel zu bieten, die besseren Ecken muss man kennen. Ich wünschte, du hättest nach Westen fahren können, entlang der Eder, über Fritzlar – aber auch zu viele Berge, fürchte ich.
    Ich wünsche dir gute Fahrt in den nächsten Tagen und trockene Nächte!

    1. Den Eder Radweg hatte ich ursprünglich geplant, aber mit Unterkunft sieht es da noch schlechter aus. Sehr teure Campingplätze und keinen einzigen 1nitetent. Wäre auch die deutlich längere Strecke an den Rhein – mit Anschluss über den Lahnradweg – gewesen.

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