21, September 2022, Etappe von Gelnhausen nach Frankfurt am Main

Endlich startete ein Tag mal wieder mit Sonne, wenn auch ganz schön frisch, denn meine Wetterapp sagte, dass es nur 4 Grad hatte. Brr. Da ich heute eine kürzere Etappe geplant hatte – vorausgesetzt, dass das mit dem Schlafplatz in der Nähe von Hanau klappen würde – ließ ich mir mit dem Kaffee und Zusammenpacken Zeit. Gegen halb zehn Uhr brach ich auf und fuhr als erstes zum Haus meiner Gastgeber, um meine Powerbank abzuholen, die sie für mich über Nacht aufgeladen und in einer kleinen Holzbank vor der Haustür deponiert hatten.

Dazu hatten sie mir noch eine Tüte mit zwei Brötchen spendiert plus etwas Geld als kleine Unterstützung, was ich total lieb fand. Mein nächster Stopp war das große gelbe M in Lieblos – ja, der Ort heißt tatsächlich so! – wo ich frühstückte und Laptop und Handy noch auflud.

Mittags ging es dann weiter auf dem R 3 in Richtung Hanau. Der dortige Kontakt hatte sich allerdings noch nicht zurückgemeldet – eine Telefonnummer hatte er nicht angegeben, nur eine E-Mail-Adresse – und ich beschloss, lieber weiter nach Frankfurt zu fahren. Zwar waren die Anbieter für den 1nitetent in Frankfurt in Urlaub, aber ich durfte dennoch in ihrem Garten übernachten. Trinkwasser und Toilette wären auch vorhanden, sagten sie am Telefon. Von Hanau aus waren das aber noch gut du gerne mehr als 30 Kilometer und ich trat ordentlich in die Pedale, damit ich noch vor Einbruch der Dunkelheit den Platz erreichen würde.

An zwei Stellen entlang der Kinzig war der Radweg etwas verwirrend ausgeschildert, sodass ich einmal falsch abbog und einmal im Kreis fuhr, was mich natürlich Zeit kostete. Zum Glück war gab es keinerlei Steigungen mehr. Durch Hanau durch ging es dann von der Kinzig an den Main. Für Schloss Philippsruhe hatte ich leider keine Zeit, zudem war auf den Radwegen alles los, was nicht angebunden war, ich musste streckenweise langsamer fahren. Kein Wunder, nach dem tagelangen Regen genossen viele das schöne sonnige Wetter.

Bis Rumpenheim fuhr ich auf der rechten Mainseite – flussabwärts gesehen – und wechselte dort mit der Fähre auf die andere Seite. Direkt durch die Stadt Frankfurt wollte ich nicht fahren und mein Schafplatz lag auf der linken Seite. Auf der Strecke nach Offenbach am Main bekam ich ein paar spektakuläre Ausblicke auf die Skyline von Frankfurt. Die sinkende Sonne spendierte noch schöne Farben dazu. In Bürgel kam ich an einem Campingplatz vorbei. Ich beschloss, mal nach dem Preis zu fragen, da auf der Webseite keine ausgewiesen wurden. 18,30 Euro. Die habe ja echt einen Knall! Weiter ging es, leider nicht mehr so zügig, denn auch hier herrschte lebhafter Betrieb auf den Rad- und Fußwegen.

Bis Schwanheim waren es noch gute 10 Kilometer und es dämmerte bereits. Ich fuhr an einer Kreuzung und Baustelle vorbei, die Brücke über die Bundesstraße war gesperrt, also wählte ich die Nächste. Tja, Pech gehabt. Da haben irgendwelche depperten Stadtplaner die Aufgänge als Treppen gestaltet. Super. Die schmale Schiene, auf der man Fahrräder hochschieben konnte, half mir so gar nicht. Aber es gab ja noch eine Brücke …

Zwei Kilometer weiter: Dasselbe Spiel, nur mit breiteren Stufen, aber okay, ich koppelte den Hänger ab, schob das Fahrrad hoch und zog den Anhänger separat hoch. Geschafft. Runter würde es leichter gehen. Dachte ich. Was sich der Planer dabei gedacht hatte, den Abstieg einfach nur als steile Treppe bauen zu lassen, ohne jede Möglichkeit für Radfahrer – außer man trug seinen Drahtesel da runter – keine Ahnung. Nichts vermutlich. Dass sind Menschen, die offenbar nur Auto fahren, anders sind solche Fehlkonstruktionen nicht zu erklären.

Mir blieb nichts anderes übrig als alles zurückzufahren bis zur Kreuzung mit der Baustelle. War zwar ein bisschen tricky, darüber zu gelangen, weil Teile der anderen Seite mit Absperrgittern verengt worden waren, aber es gelang mir, mich mit dem Anhänger durchzuwinden. Von hier aus fuhr ich bis an die große Kreuzung, wo es auch einen Lidl gab. Da kaufte ich noch schnell Proviant ein und legte in Rekordzeit die restlichen 3 Kilometer zum Ziel zurück. Ich fand das Haus und Grundstück schnell, obwohl es mittlerweile dunkel geworden war, und baute mein Zelt auf. Nach mehr als 70 Kilometern heute war ich total platt und krabbelte nach einem schnellen Abendessen müde in den Schlafsack.

Morgen habe ich keinen 1nitetent, erst in Worms wieder. Die Campingplätze sind auch am Rhein entlang viel zu teuer, keiner kostet unter 15 Euro, die meisten sogar 20 oder mehr. Da ist Wildcampen angesagt.

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