22. September 2022, Etappe von Frankfurt am Main in die Riedwiesen von Wächterstadt

Als ich morgens um sieben den ersten Kaffee kochte, herrschte noch Hochnebel und es waren gerade mal 4 Grad draußen. Nur widerwillig schälte ich mich schließlich aus Decke und Schlafsack, packte und brach um halb zehn Uhr auf. Heute hatte ich kein festes Nachtquartier und hoffte, dass ich am Rhein-Radweg etwas finden würde. Nach der langen Etappe gestern wollte ich es heute etwas geruhsamer und kürzer haben. Meine erste Anlaufstelle war ein Café zum Frühstücken, doch dazu musste ich, wegen der ganzen Baustellen und Straßensperren, 4 Kilometer zurückfahren. Macht nichts dachte ich, weil ich heute nur eine kurze Etappe fahren und mir am Rheinufer dann einen Schlafplatz suchen wollte.

Entlang der Hauptstraße gab es hier leider nur kleine Bäckereien, die entweder keine Sitzplätze anboten, oder nur draußen – zu kalt und danke nein, Abgase und Lärm brauchte ich nicht zu meinem Kaffee dazu! – daher musste ich noch weiter zurück, bis ich endlich ein Café fand, in dem ich frühstücken konnte. Glücklicherweise hatte ich an meinem letzten Nachtquartier auch Zugang zu Strom gehabt, an dem ich meine Geräte hatte alle aufladen können, denn hier gab es keine Steckdose, geschweige denn WLAN. Meine beiden Sim-Karten waren jetzt deaktiviert. Die französische wird erst am 7. Oktober wieder freigeschaltet, die deutsche kann ich nicht aufladen, weil ich gerade keine 15 Euro dafür übrig habe.

Ich bin jetzt also auf Hotspots oder freies WLAN in Cafés angewiesen, was, wenn nicht gerade ein Mac Donalds irgendwo steht, eher selten der der Fall ist. Nach dem Frühstück, immerhin war es schön war im Gastraum, fuhr ich auf den Radwanderweg zurück und am Mainufer entlang weiter in Richtung Mainz. In die Stadt selbst wollte ich nicht, auch wenn es sicherlich dort viel zu sehen gab, aber da spielte der Zeitfaktor nicht mit. Stattdessen nahm ich die Mainbrücke nach Ginsburg, um auf den Eurovelo 15 zu gelangen, dem Rheinradweg. Zuvor hatte ich noch einen Aufruf bei Twitter gestartet, in der Hoffnung, dass ich bereits hier ein Nachtquartier finden würde – das nächste war erst in Worms wieder – aber das hatte leider nicht funktioniert, also würde ich mir heute einen Platz zum Wildcampen suchen müssen.

Fündig wurde ich aber erst in den Riedwiesen am Rhein, einem Naturschutzgebiet. Natürlich zeltete ich nicht am Rheinufer, das war verboten, sondern wählte einen Platz vis à vis an einem eingezäunten Teich. Durch eine Böschung war der Wiesenstreifen sichtgeschützt, es gab keine Straße, die hier vorbeiführte, außer dem Radweg, und jetzt, gegen Abend, herrschte auch nur noch wenig Publikumsverkehr. Wie gestern schon war ich erheblich mehr Kilometer gefahren, als geplant, dafür hatte ich es morgen aber auch nicht weit bis Worms. Vorausgesetzt, es klappt mit dem nitetent.

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