24. September 2022, Etappe von Worms nach Mannheim

In dieser Nacht schlief ich sehr schlecht. Nicht, weil es zu laut war oder etwa in der Art, sondern weil ich noch nicht wusste, wie ich den Oktober mit meinem minimalen Budget überstehen sollte. Entsprechend müde war ich, als ich morgens meinen Kaffee trank, packte und zurück nach Worms radelte. Nicht in die Stadtmitte, ich fuhr ins Gewerbegebiet, wo es einen Mac Donalds gab. Dort setzte ich mich mit einer großen Tasse Kaffee an einen ruhigen Platz mit Steckdose und nutzte das WLAN, um Updates zu machen und auf WordPress einen kostenlosen Blog einzurichten, auf dem ich meine Etappenberichte und Fotos online stellen konnte, bis meine Webseiten wieder freigeschaltet wurden. Das brauchte natürlich alles seine Zeit und so brach ich erst um 12:15 auf die heutige Strecke auf.

Sie führte mich zurück zum Eurovelo 15, ich blieb allerdings auf dieser Seite. Auf dem anderen Rheinufer würde der Radweg komplett durch die Innenstadt Mannheims führen und darauf war ich nicht unbedingt scharf, zudem wären das gut 15 Kilometer mehr. Die wollte ich mir heute ersparen.

Ich radelte also in Richtung Ludwigshafen am Rhein weiter. Die Route führte teils an Straßen und durch Industriegebiet, teils am Deich entlang. Ich  bog vom Eurovelo 15 ab – der machte nämlich einen großen Bogen um Ludwigshafen – und nahm den Radweg, der in die Innenstadt führte. Um 14:45 erreichte ich das Stadtzentrum und suchte mir noch einmal ein Café, indem ich WLAN hatte, damit ich meinem heutigen Gastgeber mitteilen konnte, um welche Uhrzeit ich etwa in Pfingstberg eintreffen würde.

Komoot hatte die restliche Strecke mit 11 Kilometern berechnet, aber, wie sich schnell herausstellte, war das nicht korrekt. Sie war wesentlich länger und da ich mich auch noch zweimal verfuhr, brauchte ich eine gute halbe Stunde länger als veranschlagt und traf um 17:30 am Ziel ein. Mein Nachtquartier heute lag in einem kleinen Garten inmitten einer Siedlung. Mein Gastgeber zeigte mir alles und verschwand dann wieder im Haus. Wir trugen beide eine FFP2-Maske, weil er und seine gesamte Familie positiv auf Corona getestet worden war und sich nun in Quarantäne befand. Nicht schön.

Ich baute mein Zelt neben dem Gartenpavillon auf, indem sich Sitzbänke und ein runder Tisch befanden, sowie Licht und Strom. Im Keller durfte ich Dusche und Toilette benutzen. Das letzte Mal, dass ich geduscht hatte, war auf dem Campingplatz in Schlitz. Der nächste 1nitetent befindet sich erst wieder bei Karlsruhe, was bedeutet, dass ich morgen Nacht auf halber Strecke – je nachdem, wo ich einen Platz finde – wieder wild campen werde. Irgendwo zwischen Germersheim und Wörth am Rhein vermutlich.

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