25. September 2022, Etappe von Mannheim nach Germersheim

Nachdem es gestern Abend noch ein heftiges Gewitter mit Hagel und starkem Regen gegeben hatte, war es heute früh zwar bedeckt, doch trocken. Lange blieb das allerdings nicht so. Ich brach um 09:00 auf und etwa eine halbe Stunde später fing es an zu nieseln. In weiser Voraussicht hatte ich mit aber nicht nur die Regenjacke, sondern auch die Regenhose angezogen. Ich habe ja nicht so viele Garnituren Klamotten zum Wechseln dabei, da ist es besser, wenn die wenigen trocken bleiben.

Apropos trockene Kleidung: Als ich den großen Seesack packte, musste ich feststellen, dass er mittlerweile – ich habe ihn seit 2019 mit dabei – nicht mehr wasserdicht ist. Den heftigen Regen von gestern Abend hatte er jedenfalls nicht standgehalten. Sobald ich mal wieder einen Waschsalon anfahren kann, werde ich umsortieren. Im roten Seesack sind die wenigen Wintersachen drin, die den letzten Winter brauchbar überstanden haben. Die finden auch Platz (in einer Tüte) im Anhänger. Dann kommt der blaue Seesack – der ist mit 20 Litern Fassungsvermögen etwas kleiner – auf den Gepäckträger. Das hat den Vorteil, dass der Anhänger dann deutlich leichter wird.

Die Strecke heute führte erst zurück auf den Eurovelo 15, dem ich dann aus Mannheim hinaus folgte. Vorbei an Brühl und weiter in Richtung Ketsch ging es anschließend über die Brücke nach Speyer hinein. Leider machte mir der anhaltenden Regen einen Strich durch ein ausgedehntes Sightseeing und ich suchte lieber ein Café auf. Nicht so einfach, denn die Edel-Cafés in der Innenstadt waren für mich zu teuer. Bei einem noch übrigen Budget von knapp 9 Euro konnte ich mir keinen teuren Kaffee leisten.

Etwas außerhalb fand ich schließlich eine kleine Bäckerei mit Kaffee für 2 Euro, die auch Sitzplätze anbot. Diese waren allerdings für maximal eine halbe Stunde, dann musste man den jeweiligen Tisch wieder freigeben. So kam es, dass ich wesentlich früher als geplant Speyer den Rücken kehrte und weiter in Richtung Germersheim radelte. Und natürlich regnete es wieder. Als ein besonders heftiger Guss herunterkam, stellte ich mich für zwanzig Minuten an einem überdachten Fahrradparkplatz unter. Zwar schützten die Regensachen, aber Spaß machte es nicht, bei so einem Wetter zu fahren. Zeit hatte ich zu genüge. Diese Strecke kannte ich noch von einem Wanderritt 2010, den ich mit meiner Ameera gemacht hatte. Damals war ich über die Rheinbrücke von Germersheim nach Philippsburg gelaufen. Sogar der Eiswagen von damals stand noch unter der Brücke. Ich werde nie die verdatterten Gesichter von Eisverkäufer und Kunden vergessen, als ich mit meinem Pferd dort anhielt und zwei Eis kaufte. Eines für mich und ja, eines für Ameera. Sie liebte Eis!

Der Radweg führte nun wieder am Rheinufer entlang. Ich konnte sehen, wie niedrig der Wasserstand hier war, wenn auch nicht so dramatisch tief wie bei Koblenz. Der Regen wurde wieder stärker und ich hielt bereits Ausschau nach einem passenden Platz. Fündig wurde ich an einer Abzweigung, wo es auf die hochwassersichere Alternativstrecke nach Wörth am Rhein ging. Gegenüber einem großen Haus gab es eine Wiese mit Bäumen, die etwas unterhalb und so auch ein wenig sichtgeschützt am Deich lag. Kurz entschlossen schob ich mein Fahrrad dorthin und baute mein Zelt auf. Wegen des schlechten Wetters herrschte nur geringer Publikumsverkehr und ich hegte die Hoffnung, dass ich hier keinen Ärger bekam. Morgen habe ich nur noch knapp 36 Kilometer bis zu einem 1nitetent-Quartier. Es liegt in Knielingen, gegenüber von Wörth am Rhein.

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