01. Oktober 2022, Etappe von Plobsheim nach Sélestat

Als ich heute früh um sieben Uhr aus dem Fenster des Gästezimmers schaute, war der Anblick nicht ermutigend: Strömender Regen und kalter Wind. Ich rief rasch meine Wetterapp auf dem Smartphone auf. Jupp, das sollte den ganzen Tag so bleiben und morgen sogar noch schlimmer werden. Damit war der Campingplatz in Neuf-Brisach vom Tisch. Fast 60 Kilometer bei diesem Wetter radeln? Danke, aber nein, danke!

Alternativ konnte ich den Campingplatz in Sélestat anfahren, das waren etwa 41 Kilometer. Gut, die fuhr ich sicher recht zügig, denn den größten Teil würde die Strecke am Kanal weiter entlangführen. Schön flach, beinahe nur geradeaus. Nach einem nochmaligen Blick auf das trübe Wetter da draußen, begann ich, meine Sachen zu packen. Spaßig würde das heute wohl kaum werden.

Unten in der Küche traf ich Christine an, die bereits Kaffee kochte und ein kleines Frühstück vorbereitete. Wir tranken Kaffee, plauderten noch etwas und sie speicherte sich meinen Blog und die Bücher auf Amazon auf ihrem Smartphone ab. Zwar sprach sie kein Deutsch, aber wohl eines ihrer Kinder, wenn ich das richtig verstanden hatte.

Anschließend begleitete sie mich noch bis zum Kanal und dann radelte ich los. Der Regen hatte leicht nachgelassen, der Wind hingegen blies mir kräftig ins Gesicht. Für ein zweites Frühstück machte ich einen Abstecher nach Boofzheim und als ich zum Kanal zurückfuhr, hatte es aufgehört zu regnen. Gott sei dank, der kalte Wind reichte mir auch so.

Auf Höhe von Sundhouse bog ich auf einen Radweg ab, der von Muttersholz nach Sélestat führte. Nach weiteren 12 Kilometern traf ich in der Stadt ein und, da es gerade einigermaßen trocken war, schaute ich mir den historischen Stadtkern an, bevor ich die 2 Kilometer zum Campingplatz fuhr. Nach dem Checkin baute ich nur mein Zelt auf, koppelte den Anhänger ab und radelte noch schnell ins Gewerbegebiet zu einem Supermarkt, da morgen ja Sonntag war und ich bei dem Wetter nur dann aus dem Zelt raus wollte, wenn es unbedingt nötig war. Leider gab es auf dem Campingplatz hier keinen Aufenthaltsraum und die kleine Bar hatte nur während der Saison geöffnet.

Die nächsten Etappen ab Montag sind dann Neuf-Brisach und mein vorläufiges Ziel, der Campingplatz in Mulhouse. Den Oktober wollte ich dazu nutzen, zu schreiben und an der Gemeinde vorsprechen, ob die eventuell ein Winterquartier für mich organisieren können. Ich brauche Zeit, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen, und das bedeutet: Bücher zu schreiben. Das Designbusiness lege ich vorerst auf Eis.

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