05. Oktober 2022, Etappe von Rumersheim-le-Haut nach Mulhouse

Außer den Erntemaschinen, die die halbe Nacht gefahren sind, hatte nichts meinen Schlaf in der vergangenen Nacht gestört. Und da ich heute nur 25 Kilometer zu bewältigen hatte, konnte ich mir mit dem Kaffee und Packen auch Zeit lassen. Bei strahlendem Sonnenschein und 10 Grad radelte ich schließlich gegen 10 Uhr los. Die Strecke führte weiter an der Straße entlang bis Ottmarsheim. Dort bog ich in der Ortsmitte ab auf einen regionalen Radweg, der mich zum Eurovelo 6 bringen sollte.

Der führte schön durch den Wald und zum Canal du Rhone au Rhin. Mitten im wald befand sich das Grab eines französischen Soldaten, der bei einem Gefecht mit der Deutschen Wehrmacht getötet worden war. An der brücke, die über den Kanal und zum Eurovelo 6 führte, waren ein Denkmal und ein Panzer aufgestellt, die Zeugnis dieses Gefechtes um die Pont de Bouc waren. Von der Brücke aus waren es nur noch knapp 8 Kilometer bis ins Stadtzentrum von Mulhouse, wo ich mir ein Café suchen wollte. Die Rezeption des Campingplatzes öffnete erst um 15:00.

Es war bei diesem schönen Wetter ordentlich was los in der Stadt. Bistros, Bars, Restaurants … alles proppenvoll. Nach einem Rundgang und einigen Fotos fand ich ein kleines Café mit Straßenverkauf und Außensitzplätzen. Nicht besonders gemütlich, weil trotz verkehrsberuhigter Zone immer noch viele Autos hier durchfuhren, aber der Kaffee war lecker und günstig, die Mandelapfeltasche auch. Für das Geld hätte ich in Deutschland gerade mal einen Kaffee bekommen.

Um 14:00 machte ich mich wieder auf die Socken und radelte die knapp zweieinhalb Kilometer zum Campingplatz. Ich war zu früh da, durfte aber in den sehr schönen Aufenthaltsraum, der von Kühlschrank und Mikrowelle, sowie zahlreiche Steckdosen an den Tischen alles bot, was Radwanderer so benötigen. Der Preis von 10,20 Euro war für diesen Campingplatz nicht teuer. Es gab noch eine große Fahrradgarage, in der es Schließfächer mit Steckdosen gab, wo man über Nacht Handy oder Powerbank aufladen konnte. Plus auch hier einen Tisch mit zwei Stühlen und weitere Steckdosen. Perfekt. Morgen fahre ich am Eurovelo weiter bis nach Montreux-Château, wo ich auf einem kostenlosen Wohnmobilstellplatz, auf dem auch Zelte erlaubt sind, übernachten werde. Diese Etappe beträgt etwa 39 Kilometer, also kann ich morgen recht entspannt fahren.

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