05. November 2022, Etappe von Ranchot nach Saint-Jean-de-Losne

Spaß war es heute früh keiner, alles zu packen. Durch den heftigen Regen, der den ganzen gestrigen Tag andauerte, war der Boden völlig aufgeweicht und schlammig. Die Plane, die ich als Tarp verwendet hatte, entsorgte ich im Container, da die einige der Ösen bereits ausgerissen waren. Das Zelt habe ich den Betreibern vom Campingplatz gegeben, zum Wegschmeißen war es zu schade. Bis dann alles einigermaßen sauer und verpackt war, zeigte mein Smartphone 10:45 an. Deutlich später als geplant brach ich schließlich auf.

Die erste Etappe mit 16 Kilometern ging bis Rochefort-sur-Nenon, wo ich das neue Zelt an der Paketstation abholte. Von da aus radelte ich weiter nach Dole. Dort hatte ich 2018 auf dem Campingplatz Station gemacht und die wunderschöne Altstadt besichtigt. Heute blieb dafür keine Zeit. Ich traf vor Dole einen Radwanderer aus Magdeburg, der auf dem Weg nach Italien war. Ansonsten herrscht auf den Radfernwegen jetzt so ziemlich tote Hose.

Mein Weg führte mich an Dole vorbei bis nach Choissey, wo ich ins Gewerbegebiet abbog, um beim Intersport noch einige Sachen zu kaufen. Der Kauf des Zeltes hatte ein ordentliches Loch ins Budget gerissen, da musste ich ein paar Dinge, wie einen Winterschlafsack oder ein Tarp, leider streichen. Stattdessen wurden es warme Unterkleidung für 10 Öcken, ein paar Schuhe – meine fallen buchstäblich auseinander – für 25 Euro, eine Gaskartusche, ein Satz stabiler Heringe und ein 20 Liter wasserdichter Sack für die Wintersachen, nachdem mein großer Seesack ja vor der französischen Grenze endgültig den Geist aufgegeben hatte. Zusammen zahlte ich 75 Euro. Weitere 40 ließ ich dann noch im Supermarkt gegenüber für Vorräte.

Um 15:45 fuhr ich zurück zum Radweg und hatte noch knapp 30 Kilometer vor mir. Ich trat fest in die Pedale, denn das neue Zelt wollte ich gerne noch bei Tageslicht aufbauen, um damit vertraut zu werden. Schlussendlich wurde es dennoch knapp, weil es mit der Zeitumstellung so früh schon dunkel wurde. Ich erreichte den Campingplatz am Ufer der Saône um 17:15, buchte ein und schaffte es so gerade eben, alles aufzubauen, bevor es ganz dunkel war. Morgen schaue ich mir aber das Zelt und den Aufbau noch einmal bei Tageslicht genau an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in der Eile nicht alles richtig gemacht habe.

Den morgigen Tag werde ich wohl hierbleiben, denn auf den nächsten 4 Etappen – mindestens – hat kein Campingplatz mehr geöffnet. Das Wetter soll ab Dienstag Nachmittag wieder ungemütlich werden, da bin ich schon froh, dass ich ein robusteres Zelt habe! Mit 7000 mm Wassersäule in der Außenplane und 11.000 mm in der Bodenplane hält es auch Dauerregen oder Sturzregen locker stand. Was die Kälteisolierung betrifft, so werde ich das heute Nacht erfahren, ob sie hält, was sie verspricht. Die Temperaturen sollen bis auf 1 Grad runtergehen.

2 Gedanken zu „05. November 2022, Etappe von Ranchot nach Saint-Jean-de-Losne

  1. Das neue Zelt sieht gut aus, ich bin froh, dass du es dir anschaffen konntest. Was kostet denn ein Winterschlafsack? Beim blauen Vogel hast du mich entfolgt, ich kann dir wohl keine DM mehr schicken.

    1. Bonjour, nein, ich bin dir nicht entfolgt. Kann sein, dass es seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk Probleme gibt. Jedenfalls berichten viele Accounts, dass sie teilweise hunderte Follower verloren haben.

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