07. November 2022, Etappe von Saint-Jean-de-Losne nach Sassenay

Damit Zelt und alles andere etwas abtrocknen konnte, brach ich erst um 11:00 auf. Das anvisierte Etappenziel für heute sollte der Ort Gergy an der Saône sein, also etwa 45 Kilometer. Dort befindet sich ein Campingplatz direkt am Fluss, der zwar bereits geschlossen ist, aber oft kann man dann nebendran campen. Heute Nacht war es nicht ganz so kalt – 6 Grad – wie gestern, aber feucht durch den Hochnebel. Die Kälteisolierung bei diesem Zelt ist tatsächlich gut, leider bildet sich trotz offener Lüftungsklappen schnell Kondenswasser an der Innenseite der Plane. Das hatte die unschöne Folge, dass es ins Innenzelt hineintropfte. Es ist ein 2-Personenzelt, bietet aber durch den Aufbau, der nach hinten zu tiefer geht, deutlich weniger Platz als ein vergleichbares Kuppelzelt. Zur Auswahl in dem Outdoorshop hätte ich noch das Falcon 2 von Husky nehmen können, das war aber teurer und mehr als ein Kilo schwerer. Das Flame 2 wiegt schon 3200 Gramm, das ist bereits grenzwertig für mein Gespann. Der Aufbau selbst ist gewöhnungsbedürftig und dauert länger als bei meinen bisherigen Zelten, weil man die Stangen durch eine Führung schieben muss. Vor allem die Stange, die den Eingang stabilisiert ist etwas tricky. Dafür wird es auch bei Regen im Innenzelt nicht nass, weil es an der Außenplane eingehakt ist. Man stellt es also nicht erst separat auf und zieht die Plane dann drüber.

Vom Campingplatz aus fuhr ich über die Brücke zurück auf den Eurovelo 6. Die strecke führte heute wenig autofrei und am Fluss entlang, verlief vielmehr an Straßen und durch Orte durch. Mein erster Stopp war der Intermarché in Seurre, weil der Casino Supermarkt in der Nähe des Campingplatzes horrend teuer war. Ich ergänzte meine Trockenvorräte, gönnte mir in einem Café noch einen Kaffee und radelte dann weiter.

Auch jetzt führte der Radweg nur kurz am Fluss entlang, wechselte dann auf eine kleine Landstraße über Charnay-lès-Chalon nach Verdun-sur-le-Doubs. Hier vereinten sich Doubs und Saône. Es ging über 2 Brücken hinweg nach Gergy weiter. Die Sonne sank bereits und ich hoffte, dass ich zeitnah einen Platz zum Zelten finden würde. 2 Kilometer vor Gergy kam ich an einen Picknickplatz, der gut geeignet schien, doch da standen mehrere Autos, die verdächtig nach Jägern aussahen. Die ballern rücksichtlos auch direkt an Radwegen rum. Ich fuhr also weiter. Hinter dem Campingplatz in Gergy gab es erneut einen größeren Picknickplatz, dahinter befand sich eine kleine Sportanlage, aber hier war mir noch zu viel Publikumsverkehr.

Erneut entschied ich mich dafür, noch weiter zu radeln, auch wenn es allmählich dunkel wurde. An den nächsten Picknickplätzen standen Verbotsschilder – noch recht neu, ich denke, die wurden wegen der Feuergefahr während der Hitzeperiode aufgestellt – und erst nach weiteren etwa 3 Kilometern bot sich ein Platz hinter einer Hecke an. Keine Jäger oder Autos weit und breit, daher beschloss ich, hier zu übernachten.

Morgen muss ich eine längere Strecke schaffen, weil am Mittwoch richtig übles Wetter vorhergesagt ist. Da möchte ich so nah an Montceau-les-Mines herankommen, denn dort gibt es einen Mac Donalds, wo ich mich ins Trockene setzen und meine Geräte aufladen kann. Zum Zelten will ich einen Platz vor oder hinter Montchanin am Canal du Centre anvisieren. Das sind etwa 64 Kilometer, sollte ich schaffen. Von Montceau-les-Mines aus fahre ich dann bis Paray-le-Monial die Alternativroute vom Eurovelo 6, die bleibt am Kanal, ist deutlich kürzer als die Hauptroute durch die Hügel und vor allem flach.

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