10. und 11. November 2022, Etappe von Ciry-le-Nobles über Coulanges nach Bourbon-Lancy

Kein Regen mehr heute Morgen, dafür Hochnebel vom Feinsten. Die Luft war so feucht, dass alles tropfte. Der Boden war gesättigt mit Wasser und quatschte unter meinen Schuhen. Es kostete mich schon Überwindung, mich anzuziehen, zu packen und weiterzufahren. Die erste Hälfte der heutigen Etappe blieb ich an der Straße bis Paray-le-Monial. Hier suchte ich nach einem Café für ein zweites Frühstück, aber die beiden Bistros, die geöffnet hatten, hatten nur kleine Gasträume und die waren bereits voll. Eine Crêperie und Pizzeria, die gerade aufmachte, teilte mir mit, dass ich, wenn ich nur Kaffee trinken und Crêpe dazu wollte, draußen sitzen musste. Der Innenraum war für Gäste bestimmt, die Pizza aßen. Nein danke, das war mir doch zu kalt. Ich entschied mich, weiterzufahren und am nächsten Mac Donalds Halt zu machen.

Der Eurovelo 6 führte ab hier wieder als autofreier Radweg am Canal du Centre entlang. In Digoine bog ich ins Gewerbegebiet ab und fuhr zum großen gelben M. Ich blieb 2 Stunden, dann waren Laptop und Powerbank wieder aufgeladen. Mit dem Smartphone gibt es seit einigen Tagen Probleme. Es lädt nur noch extrem langsam auf. Ich hoffe nicht, dass der Anschluss dafür den Geist aufgibt, das Gerät ist erst ein Jahr alt!

Vom Mac Donalds ging es zurück an den Kanal und weiter in Richtung Pierrefitte-sur-Loire. Endlich hatte es die Sonne durch den Hochnebel und die Wolken geschafft, aber ich konnte spüren, wie dafür die Temperaturen sanken. Heute Nacht sollten es laut Wetterbericht auch nur noch 4 Grad werden.

Ich kam zügig voran und hielt bereits Ausschau nach passenden Picknickplätzen. Da ich morgen auf den Campingplatz in Bourbon-Lancy fahren würde, und das nur noch 24 Kilometer bis dahin waren, konnte ich heute ruhig etwas früher Schluss machen. Fündig wurde ich dann an einem schönen Picknickplatz, sogar mit Toilette, irgendwo zwischen Digoine und Dion. Die nächste Drei Tage soll es nachmittags schön warm werden und sonnig. Das heißt, dass ich morgen auf dem Campingplatz alles rausholen und mal wieder durchlüften und trocknen lassen kann. Zelt, Schlafsack, Decke etc. Dazu duschen und Wäsche waschen. Von Bourbon-Lancy aus müssten es dann noch so etwa 4 Etappen bis Belleville-sur-Loire sein.

Heute früh war es im Zelt nicht ganz so nass. Nur am Fußende hatte sich eine kleine Pfütze gebildet. Auf dem Campingplatz in Bourbon-Lancy wollte ich mir das Zelt einmal genauer angucken. Vielleicht hatte ich auch einen Fehler beim Aufbau gemacht? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Firma ein solches Modell sieben Jahre erfolgreich verkauft, wenn es derart schlecht ist. Und ich hatte es in den vergangenen Tagen immer unter Zeitdruck aufgebaut.

Um 09:00 brach ich auch, als der Hochnebel gerade begann, sich zu verziehen. Da es nur noch 21 Kilometer bis Bourbon-Lancy waren, hoffte ich, auf der Strecke in einem der kleinen Orte, die am Radweg lagen, ein Café zu finden. Viele dürften wegen des Feiertages geschlossen sein.

In Pierrefitte-sur-Loire gab es ein Bistro, das offen war und, weil es auch ein Depot de Pain war, gab es auch Croissants. Ich blieb dort eine Stunde und machte mich dann gestärkt auf die restliche Etappe. Mittlerweile schien die Sonne von einem fast wolkenlosen blauen Himmel. Da machte das Radeln glatt wieder Spaß!

Bourbon-Lancy erreichte ich um 13:00. Auf dem Campingplatz einchecken konnte ich erst ab 15:00, daher fuhr ich in den nahegelegenen Park am See, suchte mir ein sonniges Plätzchen und rastete dort. Um 15:00 fuhr ich zum Campingplatz, checkte ein und baute erst mal das Zelt auf, damit es in der Sonne ordentlich durchtrocknen konnte, bevor ich das Innenzelt wieder einhakte. Danach war die Wäsche dran, eine Dusche – hach, das tat gut! – und anschließend hing ich noch den Schlafsack und die Decke auf die Leine zum Durchlüften. Im Aufenthaltsraum machte ich mir etwas zu essen warm und plante die nächsten Etappen.

Von hier aus sind es jetzt noch etwa 170 Kilometer bis Belleville-sur-Loire. Morgen und Sonntag möchte ich das schöne Wetter noch ausnutzen und mehr Kilometer fahren als bisher. Das richtet sich natürlich auch nach den Möglichkeiten zum Übernachten. Ich denke aber, dass ich spätestens Dienstag am Ziel sein müsste.

Ein Gedanke zu „10. und 11. November 2022, Etappe von Ciry-le-Nobles über Coulanges nach Bourbon-Lancy

  1. Jetzt bin ich wieder auf dem Laufenden. Ich hatte die Weiterfahrt verpasst, weil mein WordPress mir nur die Beiträge auf dem Ersatzblog anzeigte; ich muss dieses hier noch abonnieren. Gute Fahrt!

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