13. November 2022, Etappe von Avril-sur-Loire nach Pouilly-sur-Loire

Heute früh herrschte wieder dichter Hochnebel und die Temperaturen betrugen gerade mal 3 Grad. Ganz schön frisch. Mein erster Blick nach dem Kaffee galt dem Vorderreifen meines Fahrrads, der wider Erwarten nicht erneut platt war. Gut, dann konnte ich mir die Arbeit, den Schlauch zu flicken, schenken. Ich hoffte, dass er hiet, bis ich morgen in Belleville-sur-Loire eingetroffen war. So brach ich bereits um 08:45 auf. Der Radweg verlief weiterhin entlang des Kanals. Mein erstes Ziel war das Cafe du Canal in Pragny, denn bloß für einen Kaffee wollte ich nicht 5 Kilometer nach Nevers rein und wieder zurück radeln. Zumal ich die Stadt von letzten Jahr in keiner guten Erinnerung hatte, was Fahrradfahren betrifft. Nevers ist nicht sehr groß, besitzt auch ein paar schöne Ecken, aber der Autoverkehr ist höllisch. Die stinkende Blechlawine begleitet einen bis in die Altstadt hinein. Nein danke, ein zweites Mal sieht mich diese Stadt nicht.

Das anvisierte Café auf der anderen Seite des Kanals hatte geöffnet, bot einen guten Kaffee und war nicht zu teuer. Dennoch haben auch in Frankreich die Preise für Kaffee deutlich angezogen. In einigen Supermärkten teils sogar schon um 3 Euro teurer! Nach der Pause radelte ich weiter bei herrlichem Spätherbstwetter. Das sollte heute auch so bleiben, doch ab morgen Mittag kündigte der Wetterbericht für die nächsten Tage wieder reichlich Regen an. Daher wollte ich heute auch so viele Kilometer schaffen wie möglich.

Der Radweg schlängelte sich in vielen Kurven und Windungen durch das Loiretal. Hinter Fourchambault verfuhr ich mich einmal, weil die Ausschilderung irreführend war, das brachte mir zusätzliche 4 Kilometer ein, bis ich wieder auf der richtigen Route war. Ab hier verlief er Radweg auf dem Deich entlang, was bedeutete, dass es schwerer sein würde, einen Platz zum Übernachten zu finden. Als ich daher auf Höhe von Beffes ein Hinweisschild zu einem Campingplatz sah – der laut Webseite auch geöffnet hatte – fuhr ich die 2 Kilometer Umweg, stand dann aber vor verschlossenem Tor. Daran hing ein Schild, auf dem stand, dass am Wochenende nur mit Reservierung eingecheckt werden konnte, die Rezeption war also geschlossen und die Telefonnummer gehörte zum Rathaus, das natürlich an einem Sonntag ebenfalls nicht geöffnet hatte. Tja, dumm gelaufen. Ich radelte zurück zum Deichradweg und hoffte, dass ich doch noch etwas finden würde. Nectpicnic.org listete bei Passy zwei Picknickplätze auf. Leider standen dort auch Schilder, dass das Zelten entlang der Loire hier verboten war.

Auf den nächsten Kilometern bis Pouilly-sur-Loire waren zudem überall Jäger unterwegs, da empfahl es sich auch nicht unbedingt, dort zu zelten. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichte ich die Brücke nach Pouilly-sur-Loire, war unschlüssig, ob ich mein Glück auf der anderen Seite des Flusses probieren sollte oder weiterfahren.

Links standen ein paar Häuser und eine Frau, die im Garten beschäftigt gewesen war, sprach mich an, ob ich etwas suchen würde. Ich sagte ja und dass ich einen Schlafplatz für heute Nacht suchte. Da bot sie mir an, in ihrem Garten zu zelten. Übernachtung gesichert. Morgen sind es noch 35 Kilometer bis zum Ziel, die packe ich auch noch.

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