Die schönsten Fotos aus 2021!

In dieser Galerie findet ihr die Fotos, die für mich die schönsten aus dem Jahr 2021 sind. Was sind eure Favoriten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Die schönsten Fotos aus 2021
« von 6 »

Jahresrückblick 2021

Fakten

  • Geschossene Fotos: 2300.
  • Zurückgelegte Kilometer: Etwas über 4000.
  • Technische Ausrüstung: Tourenfahrrad ohne Batterie, 4 Satteltaschen und ein Anhänger. Mobiles Büro mit Laptop, Tablet, Smartphone, Kamera und Zubehör.

Start am 12. Mai

Um es mal vorweg zu sagen: In diesem Jahr ging wirklich fast alles schief, was nur schief laufen konnte! Durch Lieferverzögerungen bestellter Ausrüstung startete ich bereits fast 4 Wochen später, als ursprünglich geplant. Dazu kam dann das beinahe durchgängig schlechte Wetter. Der Sommer fiel heuer auf nur wenige Wochen und die nicht einmal am Stück. Absolutes Novum in der Hauptsaison: Leere Strände und Campingplätze die kaum ausgebucht waren. Zumindest an der Atlantikküste. Der Mittelmeeraum hatte ja erst mit Hitzewellen und Waldbränden, später mit heftigen Stürmen und schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Davon blieb ich Gott sei Dank verschont.

Meine ursprünglich geplante Route konnte ich nicht einhalten, weil sich mein Gespann – Fahrrad ( keine Batterie ) plus Anhänger plus mehr als 25 Kilo Gepäck – als zu schwer für die Strecke durch die Pyrenäen erwies. Dazu erwischte mich gleich am ersten Abend ein schweres Gewitter. Gar nicht erst davon zu reden, dass ich mich auch noch grandios verfuhr. Das wechselhafte viel zu kühle und nasse Wetter blieb mir dann auch noch die ganze Woche hold. Ich änderte meine Pläne und fuhr zurück an den Kanal.

Sommer wurde es dann endlich ab der Etappe nach Montech bis nach Saint-Symphorien in den Les Landes vor Bordeaux. Hier stürzte das Wetter für eine Woche wieder komplett ab mit viel Regen, kühlen Temperaturen und heftigen Gewittern. Das bescherte mir eine weitere Woche Pause. Mein anvisierter Zeitplan schwamm buchstäblich davon.

Juni

Die Besichtigung von Bordeaux und der Zitadelle von Blaye waren die Highlights in diesem Monat. Zudem zeigte sich ausnahmsweise auch das Wetter freundlich gesinnt. So sehr, dass die Temperaturen auf den Etappen bis Rochefort stolze 42 Grad erreichten! Wie gut, dass der Atlantik zum Abkühlen immer in Reichweite war.

Juli

Ab La Rochelle war dann wieder Schluß mit lustig. Nach einem heftigen Gewitter erholte sich das Wetter für 2 Wochen lang nicht. Es regnete in Strömen. Ich verbrachte diese Zeit auf einem gemütlichen kleinen Campingplatz bei Marans und nutze die Gelegenheit für die erste Impfung gegen Corona.

Die weiteren Etappen bis nach Nantes waren geprägt von schlechten Wegstrecken, kühlem, teils sonnigen aber windigem Wetter und immer wieder grandiose Ausblicke auf den Atlantik bis zur Loiremündung.

Mit der Ausrüstung hatte ich leider Pech. In Marans brachen bei dem neu gekauften Trekkingzelt die erste beiden Stangen. Ließ sich zwar reparieren, aber ich rechnete bereits damit, dass dieses Zelt nicht die gesamte Radwandertour überstehen würde. Das absolute Worst-Case-Szenario aber, neben Unfall und Krankheit, traf mich hinter Nantes auf einem Campingplatz: Mein gerade mal 3 Monate alter Laptop – Kaufpreis fast 1000 € – verweigerte von einer Minute auf die andere den Dienst. Blackout. Nichts ging mehr. Das setzte eine ganze Kette an Ereignissen in Gang, die ich im Nachhinein nur mit dem Wort Tragikkomödie bezeichnen kann! Die auch dafür verantwortlich war, dass ich in diesem Winter kaum weiß, woher Essen und Unterkunnft herkommen sollen. Mehr dazu könnt ihr auf meinem Blog lesen.

August

Highlights in diesem Monat waren die Sehenswürdigkeit Le Mont-Saint-Michel, Nantes und Rennes. Dazu eine der schönsten Radwanderstrecken Frankreichs an den Kanälen von Redon nach Rennes entlang. Das Wetter spielte mit bis Pont l’Evêque in der Normandie. Dort saß ich dann fast 3 Wochen fest, weil ich auf den Laptop wartete, den ich über Amazon zur Reparatur geschickt hatte.

Ihr ahnt es schon? Ja, er kam nach insgesamt 5 Wochen zurück – 5 Wochen, in denen ich nicht arbeiten konnte – mit demselben Defekt. Aber schön, dass das Reparaturteam wenigstens die Festplatte gelöscht hatte. So waren auch noch alle Dateien weg. Tiefpunkt des Monats.

September

Mein Zeitplan war ohnehin am Arsch, daher änderte ich erneut meine Route, nachdem ich den Laptop ein weiteres Mal eingeschickte hatte, diesmal nicht zur Reparatur, sondern ich wollte den Kaufpreis zurückerstattet haben, damit ich mir vor Ort irgendwo einen Laptop kaufen konnte. Statt wie geplant bis nach Cherbourg und von da aus dann die Atlantikküste bis nach Le Havre zu fahren, radelte ich noch über Avranches bis Donneville – wo ich die zweite Impfung mitnehmen konnte – und von da aus bis Créances. Hier verließ ich die Küste und fuhr auf einem anderen Radwanderweg über Carentan und und Caen nach Honfleur an die Seinemündung.

Das Wetter wechselte sich ab mit Sonne, Wolken und ab und zu Regen. Es blieb fast durchgehend kühl und windig. Nicht ungewöhnlich in der Normandie. Was den Laptop betraf: Der landete fälschlicherweise nicht im Rücksendezentrum, sondern – durch einen Irrtum vom Amazon Support – erneut im Reparaturzentrum. Die wiederum schickten ihn trotz sämtlicher E-Mails von mir und dem Support erneut an den Hersteller zurück. Ein Supergau für mich. Weiterhin keine Möglichkeit zum Arbeiten – ergo Geldverdienen – und auch keine Rückerstattung, was mein Budget rasent schnell aufbrauchte. Nur durch Spenden über meinen Blog war ich überhaupt noch in der Lage, meine Tour fortzusetzen. Diese führte mich entlang der Seine nach Paris bis Melun mit einem Zwischenstopp in Rouen.

Das Highlight in diesem Monat war natürlich Paris, auch wenn ich nur an einem Tag durchfuhr – an der Seine entlang – gab es mir doch genug Zeit, wenigstens  ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Sogar das Wetter spielte mit und ich knipste Fotos, was die Kamera her gab! Den Besuch von Château de Versailles musste ich leider aus finanziellen Gründen auch in diesem Jahr von der Liste streichen.

Oktober

Zwischen Paris und Melun bekam ich auch mal gute Nachrichten: Amazon erstattete endlich den Kaufpreis des defekten Laptops – nach einer wahren Odyssee an Mails und Telefonaten mit 3 verschiedenen Supportstellen – was es mir ermöglichte, einen neuen Laptop zu kaufen.

Meine Strecke führte mich über Melun an der Seine entlang bis in die Bourgogne nach Nevers. Das Wetter spielte halbwegs mit, es war nachts teilweise schon ganz schön frisch aber tagsüber meist sonnig. Mein Trekkingzelt hatte sich bereits ins Nirwana verabschiedet – vor Paris brachen noch drei weitere Stangen – und ich kaufte in Paris beim Decathlon ein einfaches Notzelt, in der Hoffnung, das Designaufträge hereinkamen und ich mir für den Herbst/Winter dann ein gutes Zelt kaufen konnte. Spoiler: Natürlich lief es anders.

Von Nevers aus ging es an die Saone und an dieser entlang über den Eurovelo 6 bis nach Lyon. Nun war es endgültig Herbst geworden und ich fror so manche Nacht, weil ich nicht für diese Temperaturen ausgerüstet war. Ich radelte weiter über den Radwanderweg Via Rhona über Avignon in den Süden. Viele Campingplätze schlossen jetzt ihre Tore und ich biwakierte immer öfter. Nicht ganz ohne Bedenken, denn ich hatte den Bericht in einer Regionalzeitung über einen ermordeten Radwanderer gelesen. Ein 29jähriger Spanier. Spaziergänger entdeckten ihn morgens in seinem Zelt. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich kam genau an der Stelle ( Soyons ) vorbei und ich hatte ursprünglich geplant, ebenfalls dort zu biwakieren.

Das tat ich dann nicht, sondern änderte meine Etappen so, dass ich es auf Campingplätze schaffte, die nich geöffnet hatten. Das bedeutete allerdings lange Tagesetappen bis zu 70 Kilometern und mehr.

Highlights in diesem Monat waren keine Sehenswürdigkeiten – außer die Pont d’Avignon – dafür aber eine sehr schön ausgebaute Via Rhona, die sich 2018 so noch nicht angeboten hatte. Auch Lyon war mittlerweile Radfahrergerecht ausgebaut worden.

November

Von Avignon aus ging es durch die Carmargue ans Mittelmeer. Von warmen Temperaturen war hier leider nicht viel zu spüren. Es blieb kalt – vor allem nachts – und meistens bewölkt und windig. Über Sête und Agde ging es an den Canal du Midi. Ab Béziers wurde es wieder sonniger, es blieb allerdings kühl, und die Natur zeigte sich noch einmal in ihrer ganzen herbstlich-bunten Pracht.

Mein vorläufiges Ziel war erneut der kleine kostenlose Zeltplatz in Sérignac-sur-Garonne, auf dem ich den Winter 2019/20 bereits verbracht hatte. Ich hoffte sehr darauf, dass es auch in diesem Jahr möglich war, denn meine finanziellen Mittel waren beinahe aufgebraucht. Es kamen kaum Designaufträge und Bücher hatte ich den gesamten Sommer über keine veröffentlicht. Zumindest bis Februar dort campen zu könne, würde schon helfen.

Dezember

Ich erreichte den Zeltplatz am 23. November und richtete mich ein. An der Gmeinde meldete ich mich an, schilderte meine Situation und fragte, ob ich bis Februar/März bleiben konnte. Ich bekam eine vorläufige Genehmigung, was ja schon mal ein Erfolg war. Das Wetter schlug einen Tag später um und es wurde fast 2 Wochen lang so richtig ungemütlich mit starkem Wind und Regen oder sonnig aber kalt mit Minustemperaturen. Nicht so lustig, wenn man nur leichte Klamotten und ein Sommerzelt besitzt! Aber immerhin konnte ich die Zeit zum arbeiten nutzen. Zwar blieben Aufträge auch weiterhin aus, doch veröffentlichte ich einige Kurzgeschichte im November und Dezember. Die Tantiemen dafür kommen aber erst Ende Januar und Februar aufs Konto. Dank großzügiger Spenden konnte ich aber neben einem winterfesten Trekkiingzelt noch andere Ausrüstung kaufen. Auf das Zelt warte ich aber noch. Sollte gestern zugestellt werden, kam aber nicht.

Vor Weihnachten kam der Bürgermeister dann zu mir auf den Zeltplatz und teilte mir mit, dass ich hier nicht überwintern dürfte. Die Genehmigung der Gemeinde sei mit ihm nicht abgesprochen worden. Nach den Feiertagen wollte er noch mal vorbeikommen, sich bis dahin um eine Lösung des Problems bemühen. Bis jetzt habe ich ihn nicht mehr gesehen, hoffe aber weiterhin, dass ich hier bleiben kann.

Ausblick auf 2022

Geplant habe ich den Start für die nächste Tour so ab März, je nachdem wie sich die Lage entwickelt, auch im Hinblick auf Corona. Die Infektionszahlen steigen in Frankreich beängstigend schnell an und ich konnte noch keinen Termin für die dritte Impfung ausmachen, solange ich nicht weiß, wie lange ich hier bin.

2022 möchte ich über Nantes die Loire hoch nach Paris, Belgien und die Niederlande entlang der Küste nach Deutschland fahren. Dann von Hamburg aus bis München und über das Dreiländereck wieder nach Frankreich. Mal sehen, was ich von diesen Plänen umsetzen kann.

Winterquartier in Sèrignac-sur-Garonne

Seit dem 23. November befinde ich mich nun auf dem kleinen Zeltplatz in Sèrignac-sur-Garonne. Der kleine Ort liegt am Canal latéral à la Garonne zwischen Toulouse und Bordeaux. Der Zeltplatz selbst ist ausschließlich für Radwanderer und Wanderer gedacht. Er ist zwar klein, bietet aber alles, was man so braucht: Dusche, Toilette, Waschbecken mit heißem und kalten Wasser und Strom. Das Beste jedoch ist, dass er komplett Gratis zur Verfügung steht. Das war auch der Grund, warum ich ihn in diesem Jahr wieder als Winterquartier ausgesucht habe.
Normalerweise sind längere Aufenthalte nicht erlaubt, doch da ich den Winter 2019/2020 inklusive des darauffolgenden Lockdowns schon mal hier verbracht habe, habe ich bei der zuständigen Gemeinde erneut um diese Erlaubnis gebeten. Zumindest bis Februar, eventuell März, kann ich hier bleiben. Das verschafft mir die Möglichkeit, zu arbeiten, sprich: Bücher zu schreiben, denn Designaufträge kommen immer noch keine herein.


Im Ort gibt es einen kleinen Supermarkt mit Bäckerei, was recht praktisch ist, denn der nächste Aldi oder andere größere Supermarkt ist erst wieder in der Le Passage bei Agen. Das sind mit dem Fahrrad 12 Kilometer. Auch der Waschsalon befindet sich dort.
Mein Timing war übrigens perfekt, denn der 23. November war der für längere Zeit der Tag mit dem schönsten Wetter. Direkt danach brach es völlig ein und seitdem wechselt es ständig zwischen Dauerregen und Wind oder kalt und trocken hin und her. Das ist im Zelt, vor allem in einem Sommerzelt, nicht gerade gemütlich, aber immer noch besser, als weiter fahren zu müssen!

Winterquartier in Sèrignac-sur-Garonne


Das größte Problem aber ist jedoch meine finanzielle Situation. Bis die Tantiemen für neue Bücher ausgezahlt werden, dauert es bei Amazon 2 Monate nach dem Monat, in dem das Buch veröffentlicht wurde. Die zwei Bücher, die ich also im November gestartet habe, und die sich auch gut verkaufen, bringen erst Ende Januar Geld. Amazon überweist immer am 29. eines Monats. Die andere Plattform, Tolino Media, bindet die neuen Bücher in die laufende Abrechnung mit ein, aber da maximal 20 Prozent Verkäufe generiert werden, sind das keine großen Summen. Dazu gehören Onlineshops wie Thalia, Hugendubel etc. Amazon ist und bleibt der Platzhirsch bei den Lesern, was bedauerlich, aber nicht zu ändern ist.
Da ich Ende November eben auch nur eine kleine Summe an Tantiemen bekommen habe, reicht das Geld natürlich vorne und hinten nicht, obwohl ich gut darin bin, sparsam zu leben. Jetzt sind es noch sage und schreibe 8 Euro. Die müssen, im schlimmsten Fall, bis zum 29. Dezember reichen. Nicht einmal ich kriege das hin.
Ich habe mich sogar bei Instagram angemeldet, obwohl ich Facebook und seine Derivate normalerweise meide. Da sind aber viele Verlage und Autoren vernetzt und ich hoffe, dass es etwas bringt.

22. November, Etappe von Dieupentale nach Lamagistère

Irgendwie war ich heute Morgen nicht wirklich motiviert, die nächste Etappe zu fahren, aber es half ja nichts und das vorläufige Ziel war ja auch schon in Reichweite. Positiv war auf jeden Fall, dass der angekündigte Regen, wie auch gestern schon, ausblieb. Das Regenradar meiner Wetter-App zeigte, dass die Hauptfront über Toulouse hinwegziehen würde. Auf meiner Strecke hingegen sollte es zwar bewölkt, aber trocken bleiben.

Um 10.00 brach ich also auf und hoffte, dass mich der Regen noch ein oder zwei Tage verschonen würde. Der erste Halt für eine längere Kaffeepause war dann der MC Donald in Castelsarrasin, nachdem ich zuvor im Ort vergeblich nach einem Café gesucht hatte, welches Montagmittag geöffnet hatte.

Dafür hatte ich dann aber eine Steckdose am Tisch und freies WLAN. Der Cappuccino war genießbar und nicht teuer. Okay, das war das allererste Mal in meinem Leben, dass ich in diesem Fresstempel etwas konsumiert habe! Um 14.00 Uhr fuhr ich weiter, nachdem ich mich noch im benachbarten Supermarkt mit Vorräten eingedeckt hatte.

Der Radwanderweg ist seit Toulouse gut zu befahren, die spätherbstlich gefärbten Bäume am Kanal ein wunderschöner Anblick, erst recht, als der Himmel zeitweise aufriss und die Sonne sich blicken ließ.

22. November, Etappe von Dieupentale nach Lamagistère

Über Moissac erreichte ich schließlich Valence d’Agen und begann allmählich damit, nach einem passenden Platz zum Übernachten Ausschau zu halten. Den fand ich dann aber erst einige Kilometer weiter, etwas hinter Lamagistère. Nicht optimal, weil eine kleine Straße vorbeiführt, aber Nachts dürfte da wenig Verkehr herrschen und das Zelt ist dank der grünen Abdeckplane auch relativ schwer zu sehen.

Morgen geht es dann über Agen nach Sérignac-sur Garonne weiter. Das sind nochmal etwa 40 Kilometer. Am meisten freue ich mich auf eine heiße Dusche! Ich hoffe sehr, dass ich einige Zeit dortbleiben kann, wie schon 2019. Das muss ich mit der Gemeinde absprechen.

21. November, Etappe von Castanet-Tolosan nach Dieupentale

Der Morgen begrüßte mich mit 7 Grad du Hochnebel, was bedeutete, dass alles gut durchgefeuchtet war. Zeltplane, Schlafsack, decken, Klamotten … Trotz zusätzlicher Plane setzt sich diese Feuchtigkeit einfach überall ab. Herbst vom Feinsten eben. Ich brauche wirklich dringend ein gutes Zelt, aber woher 300 Öcken nehmen, wenn nicht stehlen? Das Fahrrad braucht auch neue Bremsen – der vierte Satz in diesem Jahr, weil sie sich natürlich schnell abnutzen, bei dem Gewicht, was sie abbremsen müssen. Die Reifen sind komplett abgefahren, müssten also auch ausgetauscht werden. Eigentlich nur kleinere Ausgaben, aber in Summe momentan nicht machbar.

21. November, Etappe von Castanet-Tolosan nach Dieupentale

Ebenso meine Klamotten. Neu waren sie eh nicht, haben teilweise schon 3 Jahre oder mehr auf dem Buckel, fallen jetzt aber allmählich auseinander. Vor allem die Schuhe – ohnehin nur für den Sommer gedacht – lösen sich mittlerweile in ihre Bestandteile auf. Billigschuhe aus dem Supermarkt helfen da nicht weiter, die überstehen so eine Beanspruchung keinen Monat!

Zwei Etappen – wenn es nicht allzu sehr regnet, habe ich noch bis Sérignac-sur-Garonne. Heute soll es bis Dieupentale vor Montech gehen, dort habe ich schon zweimal auf dem Picknickplatz kampiert. Ab und an stehen dort auch Wohnmobile.

Um 9.30 brach ich also wieder auf, erreichte gegen 11.00 Toulouse und sucht mir ein Café, in dem ich auch meine Technik aufladen konnte. Am Jardin des Plantes fand ich es. Der Kaffee war hervorragend, auch günstig und ich hatte dort nicht nur eine Steckdose am Tisch zur Verfügung, sondern auch freies WLAN.

Ich verbrachte 2 Stunden dort, nutzte die Zeit, um ein bisschen am aktuellen Manuskript zu schreiben. Das eigentlich schon seit dem 15. November veröffentlich sein sollte. Da ich keine längeren Pausen einlege kann – Campingplätze, also die wenigen, die jetzt noch geöffnet haben, kann ich mir derzeit nicht leisten – wird es auch noch etwas dauern, bis das Buch fertig ist. Ich schreibe ohnehin nur Kurzgeschichten und Novellen, solange ich unterwegs bin. Romane erfordern einfach mehr Zeit, Konzentration und Vorbereitung.

Von Toulouse aus trat ich die Pedale noch einmal kräftig durch, um vor dem angekündigten Regen ab 16.00 mein Ziel zu erreichen. Ich schaffte es bis um 17.00 und eine Stunde später konnte ich ins Zelt krabbeln. Morgen will ich es bis Valence d’Agen schaffen, das sind etwa 58 Kilometer. Dann ist es nur noch eine Etappe bis zum vorläufigen Endziel.

19. und 20. November, Etappen von Trebes über Villepinte nach Castanet-Tolosan

19. November, Etappe von Trèbes nach Villepinte

Mit nur 2 Grad war es am Morgen fast schon ein Schock, aus dem Schlafsack zu krabbeln und ins Freie zu gehen. Der Frühnebel sorgte noch dazu dafür, dass alles schon feucht war, als ich zusammenpackte. Um 9.00 fuhr ich los, weiterhin auf dem Fuß-Radweg, der meinem Fahrrad und mir alles abverlangte. Entweder fuhr ich sehr langsam oder stieg gleich ab und schob das Fahrrad. Erster Anlaufpunkt war Carcassonne. Dort trank ich in einer Bar einen Kaffee, konnte aber nur das Smartphone in der Zeit aufladen.

Weiter ging es dann in Richtung Bram, wo ich bereits im Mai am Kanal biwakiert hatte. Diesen Platz wollte ich auch heute wieder ansteuern. Leichter gesagt als getan. Knapp 25 Kilometer wären bei guter Strecke locker zu fahren gewesen, sodass ich normalerweise sogar noch bis Castelnaudary hätte fahren können. Zusätzlich gab es auch noch Umleitungen, weil am Kanal einige Schleusen repariert wurden. Auf diesen Abschnitten führte der Kanal auch kein Wasser mehr, was ein sehr ungewohnter und trostloser Anblick war!

Positiv war heute, dass kaum ein Wind wehte und weiterhin die Sonne schien. Das sollte sich ab Montag wohl ändern. Da sagt der Wetterbericht für die gesamte nächste Woche viel Regen bei nur noch 11 Grad Höchsttemperatur voraus. Bei dem jetzigen Tempo erreiche ich den Campingplatz in Sérignac-sur-Garonne frühestens am Dienstag. Das werden ungemütliche Etappen fürchte ich.

Um 17.00 erreichte ich Bram und fuhr noch bis zur Schleuse von Villepinte, wo ich mein Nachtlager aufschlug.

19. und 20. November, Etappen von Trebes über Villepinte nach Castanet-Tolosan

20. November, Etappe von Villepinte nach Castanet-Tolosan

Statt der vorhergesagten tiefen Temperaturen startete der Tag mit Wolken und relativ warmen 9 Grad. Die heutige Etappe sollte bis Montgiscard gehen oder, wenn ich es schaffte, auch noch weiter. Leider sollte das Wetter sich bereits ab Sonntag schon verschlechtern. Für die gesamte Woche darauf versprach der Wetterbericht Regen und Wind. Bis Sérignac-sur-Garonne waren es immer noch knapp 200 Kilometer. Zumindest aber lässt sich die Strecke ab Toulouse deutlich zügiger fahren, weil der Radwanderweg durchgehend asphaltiert ist.

Castelnaudary erreichte ich gegen 11.30 und kehrte dort in ein Café ein, in dem ich auch Laptop und Smartphone aufladen konnte. Um 13.00 fuhr ich weiter und musste bis Avignonet-Lauragais ein letztes Mal schlechte Wegstrecke bewältigen. Ab da konnte ich endlich kräftig in die Pedale treten. In Montgiscard fand ich keinen geeigneten Platz zum Übernachten, zudem war auf dem Radweg noch erstaunlich viel los. Jogger, Spaziergänger mit und ohne Hund oder Kinder, viele Radsportler.

Da empfahl sich ein Lagerplatz direkt am Radweg eher nicht. Also fuhr ich weiter bis nach Castanet-Tolosan, wo ich am Halte -Nautique dann endlich einen Platz fand. Auf dem Tacho standen 64 Kilometer, was eine gute Bilanz ist, bedenkt man den längeren Aufenthalt in Castelnaudary und das langsamere Tempo über etwa 12 Kilometer schlechtere Wegstrecke. Es war schon dunkel, als ich mein Zelt aufbaute. Ab morgen wird es dann richtig ungemütlich, sobald der Regen einsetzt. Wahrscheinlich lege ich den Rest der Strecke bis Sérignac-sur-Garonne in kürzeren Etappen zurück als geplant.

18. November, Etappe von Homps nach Trèbes

Nach einer unruhigen Nacht brach ich um 9.00 wieder auf. Es war weiterhin windig, doch bei weitem nicht mehr so schlimm wie gestern. Das ließ mich für die heutige Etappe hoffen. Bis Trèbes wollte ich es auf jeden Fall schaffen. Die Strecke selbst war eigentlich nicht weit, doch da Teile des Radwanderweges am Kanal immer noch gesperrt waren – das hatte ich bereits bei Tourstart im Mai feststellen müssen – fuhr ich einige Umwege.

18. November, Etappe von Homps nach Trèbes

Erst von Marseillette aus konnte ich den Radweg am Kanal wieder benutzen. In dem kleinen Ort legte ich eine Kaffeepause von einer Stunde ein, bevor ich die letzten Kilometer bis hinter Trèbes zurücklegte. Im dortigen Intermarché kaufte ich noch etwas Proviant ein.

Bis zur Schleuse von Villedubert wollte ich eigentlich noch fahren, entdeckte dann aber etwa 2 Kilometer hinter Trèbes einen nahezu idealen Platz zum Kampieren. Ruhig und wind – und sichtgeschützt. Kurzerhand schlug ich dort mein Nachtlager auf. Morgen wollte ich über Carcassonne bis Castelnaudary fahren.

17. November, Etappe von Capestang nach Homps

Schon beim Aufbruch um 9.30 wehte ein kräftiger Wind. Da er von Westen herkam, bedeutete das für mich: Gegenwind beim Fahren. Hurra. Zudem kam erschwerend noch dazu, dass der Radwanderweg bis Castelnaudary nur an einigen Abschnitten ausgebaut war. Der Rest bestand immer noch aus dem alten unbefestigten Pilgerweg. Ich entschied mich daher, bis Le Somail lieber der Straße zu folgen. Mit der App Komoot – sie ist speziell für Radfahrer und Wanderer und sehr viel besser als Google Maps – legte ich die Route fest und fuhr los.

Le Somail erreichte ich gegen Mittag, konnte am Hafen im Touristenbüro Wasser tanken und nahm dann den Radwanderweg nach Ventenac-en-Minervois. Dort wollte ich meine ehemalige Nachbarin – ich verbrachte den Winter 2020/21 im Haus neben ihr – Alexandra besuchen. Wir tranken Kaffee, tauschte Neuigkeiten aus und um etwa 16.00 machte ich mich wieder auf den Weg.

17. November, Etappe von Capestang nach Homps

Der Wind hatte inzwischen noch ordentlich zugelegt. Mit Böen bis 55 km/h pfiff er daher. Vor allem wenn er von der Seite herkam, wurde es schlimm. Streckenweise schob ich das Fahrrad und kämpfte mich nur mühsam vorwärts. Das anvisierte Ziel – den Hafen bin Homps – erreichte ich vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr, fand aber einen halbwegs geschützten Platz am Kanal etwa 6 Kilometer vor Homps.

Bis um 3.00 nachts blieb es stürmisch, sodass ich auch da erst einschlief. Ich hoffte sehr, dass es morgen nicht mehr so stürmisch war, sonst sah es düster für meinen Zeitplan aus.

16. November, Etappe von Portiragnes nach Capestang

Das war in dieser Nacht vor Portiragnes der erste Zeltplatz seit langem, auf dem ich keinerlei Straßenlärm hörte. Und da sich auch keine Radfahrer oder Spaziergänger morgens schon dorthin verirrten, gönnte ich mir einen langsameren Start in den Tag.

Ich brach um 9.30 zur nächsten Etappe auf, die mich über Bèziers nach Capestang, wenn möglich auch noch ein paar Kilometer weiterführen sollte. Es hatte in der Nacht noch Mal gut geregnet, der unbefestigte lehmige Weg war dadurch sehr rutschig geworden. Bis hinter Portiragnes schob ich das Fahrrad also, ab da wurde der Weg dann besser.

Mittags legte ich eine Stunde Pause in einem Café in Villeneuve-les-Béziers ein, trank einen kleinen Kaffee – der immer noch 1,50 € kostete – und lud noch einmal Smartphone und Powerbank auf. Nun hatte ich nur noch knapp 5 € zur Verfügung. So dermaßen finanziell eng ist es bei mir schon lange nicht mehr gewesen! Vor allem nicht über einen so langen Zeitraum.

16. November, Etappe von Portiragnes nach Capestang
« von 2 »

Als ich wieder losfuhr hatte der frische Westwind auch die restlichen Wolken vo Himmel verjagt und die Sonne beschien eine wunderschöne Herbstlandschaft in leuchtend rot und goldenen Farben. Leider hieß das für mich: teils kräftiger Gegenwind. Mein Reisetempo verlangsamte sich daher und auch der Radwanderweg zeigte sich zwischen Colombier und Capestang recht holprig und schmal. Auf diesen Abschnitten schob ich das Fahrrad erneut, weil ich keinen Platten riskieren wollte. Capestang erreichte ich deswegen gut eineinhalb Stunden später als geplant. Am Hafen fand ich einen geeigneten Platz und schlug dort mein Lager auf.

Bis hinter Carcassonne bleibt die Strecke mit wenigen Ausnahmen so schlecht. Das bedeutet wohl eine Verzögerung, bis ich nach Sérignac-sur-Garonne komme. Geplant hatte ich das spätestens Mittwoch nächster Woche. Auf dem dortigen Gratis-Campingplatz hoffe ich ja, einige Zeit bleiben zu können.

15. November, Etappe von Frontignan nach Portiragnes

Der heutige Tag begann verheißungsvoll damit, dass ich mir das letzte Wasser aus den Vorräten, welches ich für Kaffee heißgemacht hatte, über den Fuß kippte. Zumindest dann war ich hellwach. An der Fußaußenseite bildete sich schnell eine ordentliche Brandblase und es tat höllisch weh. Ich versorgte die Stelle mit einem sterilen Tupfer – Brandsalbe hatte ich nicht in meiner Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei – und klebte zwei große Pflaster darüber. Angenehm würde das wohl beim Laufen und Radfahren nicht werden, aber ich konnte ja nicht pausieren.

Es gab also kein Frühstück für mich heute Morgen, aber ich wollte später in einem Café oder eine Bar eine Pause einlegen, weil ich mein Smartphone und den Laptop aufladen musste. Die fand ich in Sète am Hafen. Der Kaffee mit Milch kostete 3 € die große Tasse. Nicht billig und ich saß 2 Stunden dort, was dann 2 Tassen Kaffee bedeutete. Normalerweise erledige ich das Aufladen meiner Geräte in den Touristenbüros, die meist auch freies WLAN anbieten, aber die haben in den Wintermonaten größtenteils geschlossen.

Erst um 13.00 fuhr ich wieder weiter. Das Wetter war unbeständig, immer wieder tröpfelte es aus dicken Wolken herab. Für den Nachmittag und die Nacht sagte der Wetterfrosch mehr Regen vorher, doch ab morgen sollte es sonniger werden. Dafür muss ich mich in den Nächten auf deutlich kältere Temperaturen – bis zu 2 Grad – einstellen.

15. November, Etappe von Frontignan nach Portiragne

Der Radwanderweg von Sète nach Agde, hatte man erst einmal die Stadt hinter sich gelassen, war schön zu fahren. Er führte 19 Kilometer am Meer entlang und durch die Dünen. Im Sommer steppt hier der Bär, jetzt jedoch hatte ich die Strecke beinahe ganz für mich allein.

Bis zum Stadtzentrum von Agde verlief der Radwanderweg durch das Industrie- und Gewerbegebiet, was nicht so schön zu fahren war. Zudem gab es etliche Baustellen, die mich zu Umwegen zwangen. Dadurch erreichte ich den Canal du Midi erst bei Einbruch der Dunkelheit. Dazu kam noch, dass es inzwischen stärker regnete und der Radwanderweg – eigentlich immer noch ein Fußwanderweg – entlang des Kanals unbefestigt war. Der lehmige Boden verwandelte sich in eine Rutschbahn, daher schob ich das Fahrrad bis zum anvisierten Ziel lieber.

Etwa 300 Meter vor dem Hafen Le Cassafières fand ich einen trockenen Platz unter Schirmpinien. Bis ich alles aufgebaut und im Zelt verstaut hatte, war es 19.00. Die nächsten Etappen werden – zumindest bis Castelnaudary – deutlich kürzer, weil der Radwanderweg mehr eine Piste für Mountainbikes ist als für Tourenfahrräder mit Anhänger. Einzige Alternative: Die Schnellstraße, welche parallel verläuft aber sehr gefährlich ist. Dann lieber langsamer unterwegs sein. Morgen geht es dann über Béziers nach Capestang weiter. Insgesamt hatte ich heute „nur“ 47 Kilometer zurückgelegt. Meinem verbrühtem Fuß geht es soweit gut, nichts ist aufgescheuert worden.