Die schönsten Fotos aus 2021!

In dieser Galerie findet ihr die Fotos, die für mich die schönsten aus dem Jahr 2021 sind. Was sind eure Favoriten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Die schönsten Fotos aus 2021
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Jahresrückblick 2021

Fakten

  • Geschossene Fotos: 2300.
  • Zurückgelegte Kilometer: Etwas über 4000.
  • Technische Ausrüstung: Tourenfahrrad ohne Batterie, 4 Satteltaschen und ein Anhänger. Mobiles Büro mit Laptop, Tablet, Smartphone, Kamera und Zubehör.

Start am 12. Mai

Um es mal vorweg zu sagen: In diesem Jahr ging wirklich fast alles schief, was nur schief laufen konnte! Durch Lieferverzögerungen bestellter Ausrüstung startete ich bereits fast 4 Wochen später, als ursprünglich geplant. Dazu kam dann das beinahe durchgängig schlechte Wetter. Der Sommer fiel heuer auf nur wenige Wochen und die nicht einmal am Stück. Absolutes Novum in der Hauptsaison: Leere Strände und Campingplätze die kaum ausgebucht waren. Zumindest an der Atlantikküste. Der Mittelmeeraum hatte ja erst mit Hitzewellen und Waldbränden, später mit heftigen Stürmen und schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Davon blieb ich Gott sei Dank verschont.

Meine ursprünglich geplante Route konnte ich nicht einhalten, weil sich mein Gespann – Fahrrad ( keine Batterie ) plus Anhänger plus mehr als 25 Kilo Gepäck – als zu schwer für die Strecke durch die Pyrenäen erwies. Dazu erwischte mich gleich am ersten Abend ein schweres Gewitter. Gar nicht erst davon zu reden, dass ich mich auch noch grandios verfuhr. Das wechselhafte viel zu kühle und nasse Wetter blieb mir dann auch noch die ganze Woche hold. Ich änderte meine Pläne und fuhr zurück an den Kanal.

Sommer wurde es dann endlich ab der Etappe nach Montech bis nach Saint-Symphorien in den Les Landes vor Bordeaux. Hier stürzte das Wetter für eine Woche wieder komplett ab mit viel Regen, kühlen Temperaturen und heftigen Gewittern. Das bescherte mir eine weitere Woche Pause. Mein anvisierter Zeitplan schwamm buchstäblich davon.

Juni

Die Besichtigung von Bordeaux und der Zitadelle von Blaye waren die Highlights in diesem Monat. Zudem zeigte sich ausnahmsweise auch das Wetter freundlich gesinnt. So sehr, dass die Temperaturen auf den Etappen bis Rochefort stolze 42 Grad erreichten! Wie gut, dass der Atlantik zum Abkühlen immer in Reichweite war.

Juli

Ab La Rochelle war dann wieder Schluß mit lustig. Nach einem heftigen Gewitter erholte sich das Wetter für 2 Wochen lang nicht. Es regnete in Strömen. Ich verbrachte diese Zeit auf einem gemütlichen kleinen Campingplatz bei Marans und nutze die Gelegenheit für die erste Impfung gegen Corona.

Die weiteren Etappen bis nach Nantes waren geprägt von schlechten Wegstrecken, kühlem, teils sonnigen aber windigem Wetter und immer wieder grandiose Ausblicke auf den Atlantik bis zur Loiremündung.

Mit der Ausrüstung hatte ich leider Pech. In Marans brachen bei dem neu gekauften Trekkingzelt die erste beiden Stangen. Ließ sich zwar reparieren, aber ich rechnete bereits damit, dass dieses Zelt nicht die gesamte Radwandertour überstehen würde. Das absolute Worst-Case-Szenario aber, neben Unfall und Krankheit, traf mich hinter Nantes auf einem Campingplatz: Mein gerade mal 3 Monate alter Laptop – Kaufpreis fast 1000 € – verweigerte von einer Minute auf die andere den Dienst. Blackout. Nichts ging mehr. Das setzte eine ganze Kette an Ereignissen in Gang, die ich im Nachhinein nur mit dem Wort Tragikkomödie bezeichnen kann! Die auch dafür verantwortlich war, dass ich in diesem Winter kaum weiß, woher Essen und Unterkunnft herkommen sollen. Mehr dazu könnt ihr auf meinem Blog lesen.

August

Highlights in diesem Monat waren die Sehenswürdigkeit Le Mont-Saint-Michel, Nantes und Rennes. Dazu eine der schönsten Radwanderstrecken Frankreichs an den Kanälen von Redon nach Rennes entlang. Das Wetter spielte mit bis Pont l’Evêque in der Normandie. Dort saß ich dann fast 3 Wochen fest, weil ich auf den Laptop wartete, den ich über Amazon zur Reparatur geschickt hatte.

Ihr ahnt es schon? Ja, er kam nach insgesamt 5 Wochen zurück – 5 Wochen, in denen ich nicht arbeiten konnte – mit demselben Defekt. Aber schön, dass das Reparaturteam wenigstens die Festplatte gelöscht hatte. So waren auch noch alle Dateien weg. Tiefpunkt des Monats.

September

Mein Zeitplan war ohnehin am Arsch, daher änderte ich erneut meine Route, nachdem ich den Laptop ein weiteres Mal eingeschickte hatte, diesmal nicht zur Reparatur, sondern ich wollte den Kaufpreis zurückerstattet haben, damit ich mir vor Ort irgendwo einen Laptop kaufen konnte. Statt wie geplant bis nach Cherbourg und von da aus dann die Atlantikküste bis nach Le Havre zu fahren, radelte ich noch über Avranches bis Donneville – wo ich die zweite Impfung mitnehmen konnte – und von da aus bis Créances. Hier verließ ich die Küste und fuhr auf einem anderen Radwanderweg über Carentan und und Caen nach Honfleur an die Seinemündung.

Das Wetter wechselte sich ab mit Sonne, Wolken und ab und zu Regen. Es blieb fast durchgehend kühl und windig. Nicht ungewöhnlich in der Normandie. Was den Laptop betraf: Der landete fälschlicherweise nicht im Rücksendezentrum, sondern – durch einen Irrtum vom Amazon Support – erneut im Reparaturzentrum. Die wiederum schickten ihn trotz sämtlicher E-Mails von mir und dem Support erneut an den Hersteller zurück. Ein Supergau für mich. Weiterhin keine Möglichkeit zum Arbeiten – ergo Geldverdienen – und auch keine Rückerstattung, was mein Budget rasent schnell aufbrauchte. Nur durch Spenden über meinen Blog war ich überhaupt noch in der Lage, meine Tour fortzusetzen. Diese führte mich entlang der Seine nach Paris bis Melun mit einem Zwischenstopp in Rouen.

Das Highlight in diesem Monat war natürlich Paris, auch wenn ich nur an einem Tag durchfuhr – an der Seine entlang – gab es mir doch genug Zeit, wenigstens  ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Sogar das Wetter spielte mit und ich knipste Fotos, was die Kamera her gab! Den Besuch von Château de Versailles musste ich leider aus finanziellen Gründen auch in diesem Jahr von der Liste streichen.

Oktober

Zwischen Paris und Melun bekam ich auch mal gute Nachrichten: Amazon erstattete endlich den Kaufpreis des defekten Laptops – nach einer wahren Odyssee an Mails und Telefonaten mit 3 verschiedenen Supportstellen – was es mir ermöglichte, einen neuen Laptop zu kaufen.

Meine Strecke führte mich über Melun an der Seine entlang bis in die Bourgogne nach Nevers. Das Wetter spielte halbwegs mit, es war nachts teilweise schon ganz schön frisch aber tagsüber meist sonnig. Mein Trekkingzelt hatte sich bereits ins Nirwana verabschiedet – vor Paris brachen noch drei weitere Stangen – und ich kaufte in Paris beim Decathlon ein einfaches Notzelt, in der Hoffnung, das Designaufträge hereinkamen und ich mir für den Herbst/Winter dann ein gutes Zelt kaufen konnte. Spoiler: Natürlich lief es anders.

Von Nevers aus ging es an die Saone und an dieser entlang über den Eurovelo 6 bis nach Lyon. Nun war es endgültig Herbst geworden und ich fror so manche Nacht, weil ich nicht für diese Temperaturen ausgerüstet war. Ich radelte weiter über den Radwanderweg Via Rhona über Avignon in den Süden. Viele Campingplätze schlossen jetzt ihre Tore und ich biwakierte immer öfter. Nicht ganz ohne Bedenken, denn ich hatte den Bericht in einer Regionalzeitung über einen ermordeten Radwanderer gelesen. Ein 29jähriger Spanier. Spaziergänger entdeckten ihn morgens in seinem Zelt. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich kam genau an der Stelle ( Soyons ) vorbei und ich hatte ursprünglich geplant, ebenfalls dort zu biwakieren.

Das tat ich dann nicht, sondern änderte meine Etappen so, dass ich es auf Campingplätze schaffte, die nich geöffnet hatten. Das bedeutete allerdings lange Tagesetappen bis zu 70 Kilometern und mehr.

Highlights in diesem Monat waren keine Sehenswürdigkeiten – außer die Pont d’Avignon – dafür aber eine sehr schön ausgebaute Via Rhona, die sich 2018 so noch nicht angeboten hatte. Auch Lyon war mittlerweile Radfahrergerecht ausgebaut worden.

November

Von Avignon aus ging es durch die Carmargue ans Mittelmeer. Von warmen Temperaturen war hier leider nicht viel zu spüren. Es blieb kalt – vor allem nachts – und meistens bewölkt und windig. Über Sête und Agde ging es an den Canal du Midi. Ab Béziers wurde es wieder sonniger, es blieb allerdings kühl, und die Natur zeigte sich noch einmal in ihrer ganzen herbstlich-bunten Pracht.

Mein vorläufiges Ziel war erneut der kleine kostenlose Zeltplatz in Sérignac-sur-Garonne, auf dem ich den Winter 2019/20 bereits verbracht hatte. Ich hoffte sehr darauf, dass es auch in diesem Jahr möglich war, denn meine finanziellen Mittel waren beinahe aufgebraucht. Es kamen kaum Designaufträge und Bücher hatte ich den gesamten Sommer über keine veröffentlicht. Zumindest bis Februar dort campen zu könne, würde schon helfen.

Dezember

Ich erreichte den Zeltplatz am 23. November und richtete mich ein. An der Gmeinde meldete ich mich an, schilderte meine Situation und fragte, ob ich bis Februar/März bleiben konnte. Ich bekam eine vorläufige Genehmigung, was ja schon mal ein Erfolg war. Das Wetter schlug einen Tag später um und es wurde fast 2 Wochen lang so richtig ungemütlich mit starkem Wind und Regen oder sonnig aber kalt mit Minustemperaturen. Nicht so lustig, wenn man nur leichte Klamotten und ein Sommerzelt besitzt! Aber immerhin konnte ich die Zeit zum arbeiten nutzen. Zwar blieben Aufträge auch weiterhin aus, doch veröffentlichte ich einige Kurzgeschichte im November und Dezember. Die Tantiemen dafür kommen aber erst Ende Januar und Februar aufs Konto. Dank großzügiger Spenden konnte ich aber neben einem winterfesten Trekkiingzelt noch andere Ausrüstung kaufen. Auf das Zelt warte ich aber noch. Sollte gestern zugestellt werden, kam aber nicht.

Vor Weihnachten kam der Bürgermeister dann zu mir auf den Zeltplatz und teilte mir mit, dass ich hier nicht überwintern dürfte. Die Genehmigung der Gemeinde sei mit ihm nicht abgesprochen worden. Nach den Feiertagen wollte er noch mal vorbeikommen, sich bis dahin um eine Lösung des Problems bemühen. Bis jetzt habe ich ihn nicht mehr gesehen, hoffe aber weiterhin, dass ich hier bleiben kann.

Ausblick auf 2022

Geplant habe ich den Start für die nächste Tour so ab März, je nachdem wie sich die Lage entwickelt, auch im Hinblick auf Corona. Die Infektionszahlen steigen in Frankreich beängstigend schnell an und ich konnte noch keinen Termin für die dritte Impfung ausmachen, solange ich nicht weiß, wie lange ich hier bin.

2022 möchte ich über Nantes die Loire hoch nach Paris, Belgien und die Niederlande entlang der Küste nach Deutschland fahren. Dann von Hamburg aus bis München und über das Dreiländereck wieder nach Frankreich. Mal sehen, was ich von diesen Plänen umsetzen kann.

Winterquartier in Sèrignac-sur-Garonne

Seit dem 23. November befinde ich mich nun auf dem kleinen Zeltplatz in Sèrignac-sur-Garonne. Der kleine Ort liegt am Canal latéral à la Garonne zwischen Toulouse und Bordeaux. Der Zeltplatz selbst ist ausschließlich für Radwanderer und Wanderer gedacht. Er ist zwar klein, bietet aber alles, was man so braucht: Dusche, Toilette, Waschbecken mit heißem und kalten Wasser und Strom. Das Beste jedoch ist, dass er komplett Gratis zur Verfügung steht. Das war auch der Grund, warum ich ihn in diesem Jahr wieder als Winterquartier ausgesucht habe.
Normalerweise sind längere Aufenthalte nicht erlaubt, doch da ich den Winter 2019/2020 inklusive des darauffolgenden Lockdowns schon mal hier verbracht habe, habe ich bei der zuständigen Gemeinde erneut um diese Erlaubnis gebeten. Zumindest bis Februar, eventuell März, kann ich hier bleiben. Das verschafft mir die Möglichkeit, zu arbeiten, sprich: Bücher zu schreiben, denn Designaufträge kommen immer noch keine herein.


Im Ort gibt es einen kleinen Supermarkt mit Bäckerei, was recht praktisch ist, denn der nächste Aldi oder andere größere Supermarkt ist erst wieder in der Le Passage bei Agen. Das sind mit dem Fahrrad 12 Kilometer. Auch der Waschsalon befindet sich dort.
Mein Timing war übrigens perfekt, denn der 23. November war der für längere Zeit der Tag mit dem schönsten Wetter. Direkt danach brach es völlig ein und seitdem wechselt es ständig zwischen Dauerregen und Wind oder kalt und trocken hin und her. Das ist im Zelt, vor allem in einem Sommerzelt, nicht gerade gemütlich, aber immer noch besser, als weiter fahren zu müssen!

Winterquartier in Sèrignac-sur-Garonne


Das größte Problem aber ist jedoch meine finanzielle Situation. Bis die Tantiemen für neue Bücher ausgezahlt werden, dauert es bei Amazon 2 Monate nach dem Monat, in dem das Buch veröffentlicht wurde. Die zwei Bücher, die ich also im November gestartet habe, und die sich auch gut verkaufen, bringen erst Ende Januar Geld. Amazon überweist immer am 29. eines Monats. Die andere Plattform, Tolino Media, bindet die neuen Bücher in die laufende Abrechnung mit ein, aber da maximal 20 Prozent Verkäufe generiert werden, sind das keine großen Summen. Dazu gehören Onlineshops wie Thalia, Hugendubel etc. Amazon ist und bleibt der Platzhirsch bei den Lesern, was bedauerlich, aber nicht zu ändern ist.
Da ich Ende November eben auch nur eine kleine Summe an Tantiemen bekommen habe, reicht das Geld natürlich vorne und hinten nicht, obwohl ich gut darin bin, sparsam zu leben. Jetzt sind es noch sage und schreibe 8 Euro. Die müssen, im schlimmsten Fall, bis zum 29. Dezember reichen. Nicht einmal ich kriege das hin.
Ich habe mich sogar bei Instagram angemeldet, obwohl ich Facebook und seine Derivate normalerweise meide. Da sind aber viele Verlage und Autoren vernetzt und ich hoffe, dass es etwas bringt.

Radwandern in Frankreich und die Verkehrssicherheit

Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen Leser meines Blogs, wie das so ist, mit einem Fahrrad plus Anhänger auf Frankreichs Strassen unterwegs zu sein, denn leider sind die Radwanderwege nicht durchgängig autofrei und abgesichert.

Für mich persönlich war es bereits eine grosse Umstellung, statt mit dem Pferd, mit einem Drahtesel unterwegs zu sein. Mit meiner Ameera mied ich natürlich stark befahrene Strassen, Strassen allgemein, und wählte lieber Wander-Forst-Wiesen- und Feldwege für uns. Pferdebeine sind nunmal nicht zum Laufen auf Asphalt gedacht. Doch ganz ohne Strassenverkehr ging es auch mit Pferd nicht ab. Und da driften meine Erfahrungen, was die Rücksichtnahme von Autofahrern, Motorradfahrern und Lkw-Fahrern betrifft, als Radfahrerin weit auseinander. Zumal es mit einem schweren Gespann – Fahrrad und Anhänger wiegen zusammen leer bereits 24 Kilo. Das Gepäck macht etwa 15 Kilo aus plus Rucksack – nochmal ganz anders ist, denn ich fahre langsamer, brauche mehr Platz nach hinten und zur Seite.

Tatsächlich hatte ich mit meiner Ameera kaum Probleme im Strassenverkehr. Nicht nur, weil sie sehr gut ausgebildet und verkehrssicher war, auch, weil die anderen Verkehrsteilnehmer viel Rücksicht übten. Langsamer fuhren, Abstand hielten etc. Was für ein Unterschied zu jetzt! Verkehrsregeln gelten scheinbar nur für andere. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich derart knapp überholt wurde, dass ich mit meinem Gespann jedesmal fast im Graben oder Bankett gelandet wäre. Einige Male war es so knapp, dass ich anhalten musste, bis der Schock abgeklungen war und ich bin nicht leicht zu erschüttern! Was sind so die gefährlichsten Streckenabschnitte? Eine Liste:

  • Kreisverkehr: Ich kann nicht sehr schnell fahren, was viele Autofahrer (Lkw-Fahrer sind immer mitgemeint), dazu animiert, mit wenigen Zentimetern Abstand vor mir in die Ausfahrt zu rauschen. Manchmal so knapp, dass ich eine Vollbremsung hinlege muss.
  • Strassenverengungen und verkehrsberuhigte Zonen: An die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich kaum einer. Ihr kennt diese Leuchttafeln, die an Ortseingängen stehen und die Geschwindigkeit messen und anzeigen? Fast jeder zweite ist deutlich zu schnell, aber man sieht nur wenig Radarfallen oder gar Polizeikontrollen. Gilt auch für Landstrassen. Rasen ist die Regel.
  • Brücken: Sofern kein separater Fahrradweg vorhanden ist, sind Brücken richtig gefährlich, denn auch da wird überholt, was die Karre hergibt. Bei mehreren solcher Manöver, die ich bobachtet habe, wären die Fahrer auch fast mit dem Gegenverkehr kollidiert. Einmal geriet sogar ein Polizeiwagen in die Bredouille, als ein SUV-Fahrer mich überholte, ein Bus entgegenkam und das Polizeifahrzeug beinahe gerammt worden wäre! Und alle fuhren weiter, als wäre das normal.
  • Zebrastreifen mit und ohne Ampel: Hier kann man wirklich sagen, dass Rot nur eine Empfehlung ist, oder? Jedenfalls ist es mir schon mehrfach passiert, dass ich Grün hatte, die Ampel für die Autofahrer noch auf Rot stand und ich bremsen musste, weil die Fahrer einfach losfuhren. Einer bremste – ich befand mich mitten auf dem Übergang – nur sehr knapp vor meinem rechten Bein ab. Dann gibt es noch die Autofahrer, die, wenn man einen Zebrastreifen – ob zu Fuss oder mit dem Fahrrad – überqueren möchte, erst bremsen und dann, wenn man losgeht, wieder anfährt und mich grinsend passiert. Ja, das ist ja auch total witzig.
  • Nach 4 Jahren Radwandern sind meine Erfahrungen so, dass Lkw-Fahrer – und hier besonders Baustellenfahrzeuge und Transporter von Handwerkern – am rücksichtslosesten fahren. Gefolgt von Autofahrern, hier besonders die Besitzer von SUVs. Es müsste einfach mehr kontrolliert werden, aber ich sehe bemerkenswert wenige Polizeistreifen auf den Landstrassen. Positiv kann ich anmerken, dass Radwege innerstädtisch selten zugeparkt werden, was, wenn ich die Berichte auf Twitter verfolge, in Deutschland wohl alltäglich ist.

21. Oktober, Pause in Ars-sur-Formans

Ars-sur-Formans ist ein alter Pilgerort. Das merkt man sofort, besucht man das kleine Städtchen. Neben der Basilika St-Sixte d’Ars ist ein wunderschöner Kuppelbau, der den Ort überragt. Drumherum befinden sich religiöse Shops und Andenkenläden. Hier eine kleine Fotogalerie von Ars-sur-Formans und seiner herbstlich bunten Umgebung.

21. Oktober, Pause in ars-sur-Formans

05. Oktober, Fotojagd rund um Desize und der Loire

Ich habe gestern die wenigen Sonnenstrahlen am Nachmittag ausgenutzt und bin mit meiner Kamera auf die Jagd gegangen. Viel Spass beim angucken.

05. Oktober, Desize Impressionen
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Halbzeit und Resümee der bisherigen Tour

Nach bisher gefahrenen knapp 2800 Kilometern und etlichen Pannen und Schwierigkeiten, hier mal ein Resümee:

Schon der Tourstart in diesem Jahr stand unter einem schlechten Stern. Das Wetter zeigte sich fast von Beginn an wechselhaft, teils stuermisch und zu kalt. Dazu kamen diverse Pannen an Fahrrad und Anhaenger. Wirklich Sommer hatte ich nur auf den Etappen von Montech bis Bordeaux, wobei es auch in der Zeit im Mai eine Woche durchgeregnet hat. Mit wenig sommerliche Temperaturen. Dann noch von Bordeaux bis nach La Rochelle. Ab da hatte die Wettergoettin scheinbar beinahe durchweg schlechte Laune.

Das naechste Problem war mein Zelt. Obwohl ich mit der Marke McKinley bisher gute Erfahrungen gemacht hatte, erwischte ich mit diesem Modell ein qualitativ minderwertiges Zelt. Die ersten Stange brachen bereits nach 6 Wochen Gebrauch, die Belueftung, vor allem bei warmen Wetter, faktisch nicht vorhanden. Trotz Reparaturhuelsen und dem Auswechslen zweier tragender Stangen, musste ich das Zelt im August dann endgueltig entsorgen und kaufte ein Notzelt fuer 25 € beim Decathlon. Mehr gab mein Budget einfach nicht her und bislang erfuellt es seinen Zweck.

Im Juli geschah das, wovor ich immer den groessten Horror hatte: Mein Laptop – ein HP Envy fuer knapp 1000€, gerade mal 4 Monate alt – gab von einer Minute zur naechsten den Geist auf. Was danach passierte, die versemmelte Reparatur und das immer noch andauernde Warten auf die Rueckestattung des Kaufpreises von Amazon, konntet ihr ja auf diesem Blog mitverfolgen. Ich kaufte, um ueberhaupt wieder arbeiten zu koennen, einen guenstigen Laptop, aber der Schaden war bereits angerichtet. Nicht nur, dass ich fast 3 Monate weder Manuskripte schreiben, oder Designauftraege annehmen konnte, ich verlor auch wichtige Dateien, denn der Reparaturservice loeschte die Festplatte. Fuer mich das absolute Worst-Case-Szenario, welches mir passieren konnte. Ausser einem Unfall.

Dank der Spenden von einigen Twitter-Usern – an dieser Stelle nochmal ein riesengrosses Dankeschoen an euch! – kann ich wenigstens Campingplaetze und essen bezahlen. Ich hoffe, dass ich bald Auftraege bekomme und Amazon endlich das Geld ueberweist.

Wie sehe nun meine Plaene fuer den Winter aus? Ein festes Quartier oder zwei bis drei Monate auf einem Camingpplatz sind heuer leider nicht bezahlbar. Ich werde also auch im Winter unterwegs sein, was bedingt, dass ich in den Sueden fahre. Eis und Schnee vertragen sich nicht gut mit Radwandern und einem Leben im Zelt. Zwei Moeglichkeiten bieten sich mir:

  • Ich fahre ans Mittelmeer, dann wieder den Canal de deux mer bis vor Bordeaux. Weiter ueber die La velodyssee nach La Rochelle und von da aus ueber einen anderen Radwanderweg nach Niort und zurueck an die Loire. Vor Nantes gibt es einen guenstigen Camoingplatz, der das ganze Jahr ueber geoeffnet hat. Geschaetzt wuerde ich da, je nach Wetter ud Reisetempo, so zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar eintreffen.
Route Herbst/Winter Frankreich
  • Wie bei oben auch bis ans Mittelmeer nach Arles. Von da aus ueber Narbonne, Perpignan und Barcelona nach Spanien. Das waere dann der EuroVelo 8, der bis Cadiz fuehrt. Von da aus dann ueber Portugal nach Frankreich.
Route Herbst/Winter Spanien

Im Wesentlichen richtet sich die Entscheidung nach meinem Budget, sobald ich am Mittelmeer angelangt bin. In Spanien war ich noch nie, habe also keine Ahnung, wie das dort mit Wildcampen und so aussieht, denn auch dort werden viele Campingplaetze im Winter geschlossen sein und Hotels sind so oder so fuer mich nicht bezahlbar.

Abstecher mit dem Rad nach Le Havre

Vorrangig fuhr ich nach Le Havre, um für eine Kundin ein Designprojekt abzuschließen, da es dort ein Cybercafé gab. Das gab mir auch Gelegenheit, diese Stadt einmal zu besichtigen.

Leider spielte das Wetter nicht mit. Es blieb den ganzen Tag bewölkt, sodass ich nur wenige Fotos knipste. Zudem war der Radwanderwege ab der Pont du Normandie nur anfangs abgesichert gegen die stark befahrene Straße, der größere Teil verlief direkt an ihr entlang. Es gab nicht mal einen Seitenstreifen. Mit dem Schwerlastverkehr, der da an mir vorbei rauschte, richtig gefährlich. Auch fuhr ich erst einmal etliche Kilometer durch Industrie-und Gewerbegebiete, bevor ich die Stadt selbst zu sehen bekam. Wegen des doch länger als geplanten Aufenthalts im Cybercafé blieb mir dann leider keine Zeit mehr, noch ausgiebig in Le Havre herum zu bummeln. Immerhin betrug die Strecke von Honfleur aus hin und zurück 48 Kilometer!

Fazit: Bei der nächsten Gelegenheit Le Havre per Bus besuchen.

Abstecher mit dem Rad nach Le Havre

Impressionen Honfleur

Honfleur ist sicherlich eine der schönsten Kleinstädte, die ich auf meinen Touren bislang gesehen habe. Ob Hafen oder Altstadt, es bieten sich wundervolle Blicke auf alte Fachwerkhäuser, den kleinen aber sehr schönen Park und natürlich die Boote und Schiffe.

Impressionen Honfleur
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3 Wochen auf dem Campingplatz in Pont l’Évêque

Das bisherige Fazit meiner diesjährigen Radwandertour? Es kann nur besser werden. Diese 3 Wochen hier auf dem Campingplatz jedenfalls waren Zeit- und Geldverschwendung. Der Laptop kam nach mehr als 4 Wochen mit demselben Defekt zurück. Jetzt kann ich nur hoffen, dass es mit der Rücksendung und Kaufpreiserstattung schneller geht.

Da eine Kundin bis spätestens 4/5 September ihre Buchcover braucht, muss ich entweder nach einem billigen Laptop um maximal 200 € gucken – heute zum Beispiel auf der Etappe nach Honfleur beim E.Leclerc – oder nach Le Havre in ein Cybercafé fahren und versuchen, die Photoshopdateien online zu bearbeiten. Mit dem Tablet geht das leider nicht, weil Android die externen Festplatten zwar erkennt, aber nicht lesen kann.

Alles andere, wie ein neues Zelt, Ersatzteile für das Fahrrad und weitere nötigen Anschaffungen für Herbst und Winter, müssen warten bis der Kaufpreis für den defekten Laptop erstattet wurde.

Heute geht es also nach Honfleur und die nächsten Etappen dann entlang der Seine über Rouen nach Paris. Das Wetter soll weiterhin kühl bleiben, aber weitestgehend trocken. Hoffe ich.