Die Zitadelle von Blaye

Wie ich schon im Etappenbericht geschrieben habe, liegt der Campingplatz
innerhalb der Festungsmauern. Heute hatte ich Zeit, mal einen ausgiebigen
Rundgang zu machen und reichlich Fotos zu schießen.
Die Festung ist ein Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert – genauer 1652 –
entworfen vom berühmten Baumeister des Sonnenkönigs: Vauban. Sie gehört zum
UNESCO Weltkulturerbe (Verrou Vauban) und ist auch heute noch ein imposanter
Anblick. Inmitten der Mauern liegen die ehemaligen Handwerksbetriebe und
Soldatenunterkünfte, die heute zum Teil Restaurants und Cafés sind, aber in denen
auch Handwerk (z.B Schmuckherstellung) zu Hause ist.
Hier sind die Fotos, die dank der Tatsache, dass noch keine Hochsaison ist,
wenig Menschen beinhalten! Manchmal musste ich aber schon länger warten, bis mir niemand mehr durch das Bild lief.

Die Zitadelle von Blaye
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07. Juni, Etappe von Margaux nach Blaye

Gefahrene Kilometer: 15

Ich frühstückte noch mit der Familie und brach um 9.00 auf. Die nächste Fähre nach Blaye legte um 11.30 ab, also genug Zeit, um die Strecke von, laut Google, 12 Kilometern zurückzulegen und und zwischendurch eine Pause einzulegen, denn es wurde schon jetzt ganz schön war. Für den Nachmittag sind 27 Grad angekündigt und ab Mitte der Woche knacken die Temperaturen die 30 Grad-Marke!

07. Etappe von Margaux nach Blaye

Am Fährhafen standen schon etliche Autos und Caravans, auch ein Radwanderer war dabei. Sein Fahrrad stammt von einem deutschen Hersteller und wow, so ein Teil hätte ich auch gern! Na ja, mit einem Preis von „nur“ knapp 2000 € werde ich aber noch lange drauf sparen müssen.

Die Überfahrt verlief ruhig, bis ich an der Kasse bezahlen konnte – lange Passagierschlange – war die Hälfte der Fahrzeit von zwanzig Minuten bereits herum. Vom Hafen in Blay war es dann nur noch ein Kilometer zum Campingplatz, der inmitten der alten Zitadelle liegt, eines der meisterhaften Festungsbauten von Vauban, einem französischen Baumeister unter Louis XIV.

Im Gegensatz zu meiner Radwandertour 2018, als ich Ende Juni die Gironde entlang geradelt bin, ist der Cempingplatz nahezu leer. So konnte ich mir ein schönes schattiges Plätzchen in der Nähe der sanitären Anlagen aussuchen.

Visite Bordeaux!

3 Stunden Bordeaux. Für jemanden wie mich, die sich in Städten nicht wohl fühlt, eine lange Zeit. Sicher nicht genug um wirklich alles zu sehen, aber die Fotoausbeute ist trotzdem beachtlich. (Meine Kopfschmerzen auch!). Viel spaß beim Bilder gucken.

Bordeaux
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06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

Wie geplant brach ich um 9.00 auf, damit ich genug Zeit hattte, Bordeaux zu besichtigen und um rechtzeitig noch die Fähre nach Blaye zu erwischen. Die letzte geht um 19.00 von Lamarque nach Blaye. Gesamtstrecke laut Google etwa 50 Kilometer. Das war durchaus zu schaffen. Dachte ich.

Es kostete mich allerdings bereits statt einer Stunde zur Uferpromenade von Bordeaux locker zweieinhalb. Der Grund wahren zahlreiche Baustellen, bei denen auch die Radwege gesperrt waren. Ich musste also viele Umwege fahren und erreichte den Bahnhof erst um 11.30. Durch die Altstadt ging es dann zu Fuß weiter. Zum einen, weil ich viele Fotos schoss, zum anderen weil es höllisch voll war, obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat.

Vom Bahnhof aus arbeitete ich mich langsam vor. Erst den Grosse Cloche, einen historischen Glockenturm, danach den Place de la Bourse und zum Schluss das Monument aux Girondins. Dazwischen ganz viel Altstadt. Zwei Märkte habe ich auch besucht, dachte, ich könnte mir was zum Essen auf die Hand holen, aber Himmel, da sind die Menschen sich ja gegenseitig auf die Füße getreten oder standen Schlange an den Imbissständen!

Ich begnügte mich also mit meinem Reiseproviant, legte eine kurze Pause ein und radelte dann weiter und aus Bordeaux raus. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Der Radwanderweg zur Fähre nach Lamarque war grottenschlecht ausgeschildert, sodass ich ich zwischendurch immer wieder mit Google Maps meinen Weg suchen musste. Das kostete natürlich Zeit. Zudem war das Gelände hügelig, was mein Reisetempo bremste.

06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

No Images found.

Als ich dann endlich auf den Radwanderweg gelangte, wusste ich schon, dass ich es bis zur Fähre nicht schaffen würde. Ich hoffte daher, irgendwo einen akzeptablen Schlafplatz zu finden. Da der Radweg entlang einer Straße führte, würde das nicht so einfach werden, außerdem sind die Wälder ohnehin tabu fürs Campen wegen der Brandgefahr durch offenes Feuer. Die Gendarmerie kontrolliert auch streng und Ärger mit der Polizei wollte ich natürlich vermeiden.

Um 18.30 fuhr ich an einem Haus mit Grundstück zwischen Arsac und Margaux vorbei, wo gerade eine kleine Familienfeier stattfand. Ich fragte nach einem Platz, wo ich mein Zelt aufbauen könnte et voilà: Der Schlafplatz für diese Nacht war gefunden! Ich durfte sogar duschen und wurde zum Abendessen eingeladen. Sehr liebe Menschen, die ich da getroffen habe. Morgen geht es dann gemütlich die restlichen 12 Kilometer zur Fähre weiter.

05. Juni, Etappe von Saint-Symphorion nach Gradignan

Eine Woche hat die Pause auf dem Campingplatz gedauert, teils, weil ich das neue Buch fertiggestellt und veröffentlicht habe, teils weil das Wetter wirklich unterirdisch schlecht war. Vor allem die letzten drei Tage wechselte es von Dauerregen zu heftigen Gewittern und zurück zu noch mehr Dauerregen.

So bin ich erst heute bin Richtung Bordeaux aufgebrochen. Recht spät, erst um 11 Uhr, weil das Zelt und alles andere noch etwas abtrocknen musste, bevor ich es verpacken konnte. Ziel heute sollte Cestas sein, 20 Kilometer vor Bordeaux. Irgendwo dort wollte ich mir dann einen geeigneten Schlafplatz suchen.

Die erste Strecke ging weiter auf dem Radwanderweg nach Biganos, der anschließend an der Atlantikküste weiterführt zur Fähre nach Royan. Doch an einer Kreuzung hinter Hosten, enteckte ich einen anderen Radwanderweg, der nach La Brède führte. Der war nicht nur kürzer, ich hätte sonst auch auf die D5 wechseln müssen. Wenn eben möglich mied ich Straßen und nahm lieber autofreie Radwege.

Zudem gab es bei La Brède einen großen Supermarkt, den Auchun, wo ich sicher passende Gaskartuschen für meinen Gaskocher bekam. Also wechselte ich auf diesen Radwanderweg, 21 Kilometer bis nach La Brède. Er war schön zu fahren und größtenteils ohne Steigungen. Nachdem ich im Auchun die Kartuschen und noch Brot und Obst eingekauft hatte, wechselte ich auf die D109 durch La Brède durch und in Richtung Léognan. Der Radweg war hier ein Seitenstreifen entlang der Straße, die aber nicht sehr stark befahren war.

05. Juni, Etappe von Saint-Symphorion nach Gradignan

Dafür hatte ich jetzt wieder mit Steigungen zu kämpfen, die Sonne machte mir ebenfalls zu schaffen – es ging hier durch offenes Gelände, meistens Weinberge – und suchte Schatten auf, wo immer ich ihn fand. An der Einfahrt zu einem Weingut machte ich eine längere Pause unter Bäumen, als sich die ersten leichten Anzeichen von Hitzschlag bemerkbar machten. Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel.

Ich trank einen Liter Wasser, ruhte mich aus und fuhr dann nach etwa einer halben Stunde weiter. In Léognan konnte ich wieder auf einen Radweg wechseln der von der Straße durch Hecken abgetrennt war. Auch gab es hier viel mehr Schatten und sehr weit war es nicht mehr bis zum Campinplatz. Ich radelte durch Gradignan durch und etwa einen Kilometer dahinter, direkt am Radweg tauchte die Einfahrt zum Camping Beau Soleil auf. 10 Öcken kostete eine Übernachtung mit Zelt und ohne Strom, aber das ist günstig für einen Campingplatz an der Peripherie Bordeaux.

Morgen wird es noch mal stressig. Die gesamte Strecke bis zur Fähre nach Lamarque beträgt fast 60 Kilometer. Ich werde morgen also früher aufbrechen, damit mir genug Zeit bleibt, die Stadt zu besichtigen.

28. Mai, Etappe von Meihlan-sur-Garonne nach Villandraut

Gefahrene Kilometer: 57

Ursprünglich plante ich, auf dem Campingplatz einen Tag zu bleiben, aber die Preise hatten sich nach oben geändert und das wurde mir zu teuer. Die heutige Etappe sollte über Caset-enDorthe über Langon nach Villandraut in den LesLandes gehen. In Langon wollte ich noch einen Abstecher zu einem Fahrradgeschäft oder zum Intersport machen, um einen passenden neuen Reifen fürs Hinterrad zu kaufen. Wer wusste schon wie lange der Rennradreifen noch durchhielt?

Da beide Geschäft aber Mittags schlossen und die Strecke nach Langon anstrengend werden würde, brach ich später auf – 11.30 – sodass ich zwischen 14.00 und 15.00 Uhr ankommen würde und danach noch genug Zeit hatte, um zum Campingplatz zu fahren.

Was ich dabei nicht bedacht hatte: Das Wetter! Im Gegensatz zu den bisherigen  recht kühlen Tagen, stieg die Temperatur heute nämlich auf 29 Grad. Dazu kamnoch, dass ab Castet-en-Dorthe, wo der Kanal in die Garonne mündet, das Gelände nicht nur hügeliger, sondern auch offener wurde. Ich bin leider extrem empfindlich, was die Sonne angeht. Nicht nur die Gefahr von Sonnenbrand besteht bei mir schon ab 20 Grad, auch für Hitzschlag bin ich anfällig. So schön die Sommermonate auch sind, ich liebe sie, muss ich sehr vorsichtig sein. Rechtzeitig und häufig Schatten aufsuchen, gut mit Sonnenschutzcreme – Lichtschutzfaktor 50+ – einschmieren und viel, viel Wasser trinken.

28. Mai, Etappe von Meihlan-sur-Garonne nach Villandraut
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Bis Castet-en-Dorthe jedoch konnte ich es noch gemütlich angehen lassen. Ab da begannen die Steigungen und das Gelände im Tal entlang der Garonne zeigte sich offen. Hier gibt es aufgrund des fruchtbaren Bodens viele Obstplantagen und Ackerbau. Um 15.00 erreichte ich Langon. Das Fahrradgeschäft lag leider, wie alle anderen Märkte auch, direkt an der Route National, die ich natürlich lieber mied.

Ich radelte also einen größeren Umweg über kleinere Straßen und gelangte so auch direkt zum Fahrradgeschäft. Reifen und Schlauch waren schnell gekauft, den Intersport konnte ich mir also sparen. Montieren wollte ich alles, wenn ich auf dem Campinplatz war.

Von Langon aus konnte ich den Radwanderweg nehmen, der durch die LesLandes zur Küste und von da aus via Fähre nach Royan führte. Bis hinter Roaillan ging aber stetig bergauf und ich brauchte viele Pausen. Danach – endlich – konnte ich es einfach rollen lassen und fuhr mit streckenweise 24 kmh!

In Villandraut erwartete mich am Campingplatz, den ich gegen 18.00 müde und mit Kopfschmerzen – Sonne – erreichte, war geschlossen, trotz gegenteiliger Auskunft, den mir die Mairie – Rathaus – per Mail auf meine Anfrage erteilt hatte.

Der nächste Campingplatz lag zwar nur 13 Kilometer weiter, aber ich wusste nicht, ob er offen hatte und zum Einchecken wäre es dann schon zu spät gewesen. Also suchte ich mir einen Platz zum wildcampen undfand ihn kurz hinter Villandraut an einem Picknickplatz. Ich fragte einen Anwohner, ob das in Ordnung ist, dass ich hier übernachtete und bekam das Okay dafür. Der Platz lag ruhig, war gepflegt und bei anderen Anwohnerin bekam ich nicht nur Wasser, sondern konnte auch noch duschen.

Alles in allem hätte ich es schlechter treffen können. Nach der Dusche hatte ich imme rnoch Kopfschmerzen, also verzog ich mich recht früh in den Schlafsack. Den morgigen Tag wollte ich dann auf dem nächsten Campingplatz, den ich bereits per Mail kontaktiert hatte, verbringen. Eventuell auch noch den Sonntag.

Die Ausrüstung

Bei einer normalen Radwandertour nimmt man mit, was man für die Zeit braucht, die man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Logisch. In meinem Fall aber sieht das etwas anders aus, denn ich lebe ja nomadisch, das heißt, ich habe nur im Winter ein festes Quartier. Das reicht vom Campingplatz über ein Appartement bis hin zu einem Haus (Housesitting). Was muss also alles mit, wenn man so mobil lebt?

Die wichtigsten Gegenstände sind natürlich das Fahrrad, ein Zelt und mein mobiles Büro, bestehend aus: Laptop (ein HP Envy), ein Tablet (ein DuoDuoGo), ein Smartphone plus sämtliches Zubehör wie Kabel, Ladekabel, externe Akkus, diverse Adapter, Schutzhüllen, Batterien und eine höhenverstellbare, klappbare Schreibunterlage. Die Kamera plus Zubehör nicht zu vergessen, mit der ich meine Touren dokumentiere!

Die Ausrüstung

Zum Zelt gehört natürlich auch die Campingausrüstung, als da wären: eine selbstaufblasende Isomatte, Zeltlampe, zwei Schlafsäcke – einen für kühle und einen für warme Temperaturen – eine zusätzliche Decke für alle möglichen Zwecke, ein kleines Kissen, der Gaskocher samt Ersatzgaskartuschen, Kochgeschirr, Besteck und Schüsseln in verschiedenen Größen.

Das passt alles auf ein Fahrrad, fragt ihr? Oh ja, tut es, wobei das mobile Büro komplett in einem Rucksack verstaut wird, damit ich es überall schnell zur Verfügung habe. Diese Liste ist selbstverständlich noch nicht vollständig, denn es fehlen noch die Klamotten und Vorräte, und andere Dinge. Zu denen komme ich jetzt.

Die Klamotten bestehen hauptsächlich aus sogenannter Funktionkleidung, sowohl für die kühlen als auch warmen Tage. Dazu zählen Leggins, T-Shirts, Langarm-Shirts, Socken, Badekleidung, Unterwäsche und Schuhe. Davon habe ich momentan zwei Paar dabei: ein festeres, wasserfestes für kühle und Schlechtwettertage und leichtere Sommerschuhe. Sie sind sowohl zum Laufen als auch Radfahren geeignet.

Hygieneartikel, Handtücher, Waschlappen und alles was man so braucht, um einigermaßen zivilisiert auszusehen. Dazu noch die Erste-Hilfe-Ausrüstung, von der ich bislang – Gott sei Dank – ab und zu mal nur ein Pflaster oder Desinfektionsmittel gebraucht habe. Seit Beginn der Pandemie gehören natürlich auch Masken (FFP2) in ausreichender Menge dazu plus Hydro-Gel.

Und was isst Frau so unterwegs? Kühlschrankpflichtige Nahrungsmittel fallen schon mal aus, klar. Da ich Vegetarierin bin, ist die Auswahl nicht soo groß. Hauptsächlich besteht mein Essen aus Jeder Menge Obst (je nach Saison Pfirsche, Nektarinen, Melonen – hier besonders Wassermelonen im Sommer! Ich liebe diese Dinger – Bananen, sowie Tomaten und Salatgurken. Also alles, was man in Satteltaschen für ein oder mehrere Tage transportieren kann, wobei Obst bei mir eh nicht alt wird.

Dazu habe ich Trockenvorräte dabei wie beispielsweise löslichen Kaffee, Milchpulver, vegane Instantsuppen – und Mahlzeiten und veganen Brotaufstrich. Gelegentlich kaufe ich Eier direkt am Hof oder auf einem Wochenmarkt und koche sie hart zum Mitnehmen. Getränk der Wahl ist nahezu ausschließlich einfaches Wasser. Ab und zu kaufe ich mal einen gekühlten Eistee, aber sonst wirklich nur Wasser. Mit Sprudelzeug konnte ich noch nie was anfangen und meist ist das Zeug auch viel zu süß. Falls ihr jetzt sagt: Boah, die lebt aber gesund, muss ich euch enttäuschen. Meine große Schwäche sind nämlich Lakritz und Chips und die gönne ich mir gelegentlich auch, wenn ich unterwegs bin. Allerdings futtere ich das Zeug nicht so viel, wie wenn ich im Winterquartier bin und stundenlang am Laptop arbeite.

Neu in diesem Jahr ist der Fahrradanhänger, der es mir erlaubt, die sperrigen Sachen zu transportieren, ohne den Gepäckträger zu überladen, wie auf den vergangenen Touren. Ich hatte 2018 schon einmal einen gekauft, aber der war zu breit, zu sperrig, hatte zu schwache Räder und Reifen – Platten waren fast an der Tagesordnung – und weder Plane noch Seitenwände waren wasserdicht. Der neue ist robust, hat stabile Räder und hält auch dem kräftigsten Dauerregen stand.

So, da sind wir also durch und ich hoffe, euch einen kleinen Einblick in die Logistik meines nomadischen Lebens gegeben zu haben.

27. Mai, Etappe von Serignac-sur-Garonne nach Meilhan-sur-Garonne

Gefahrene Kilometer: 62,49

Der Aufbruch nach ein paar Tagen Pause erfolgte recht spät, nämlich erst  um 11.30. Irgendwie kam ich heute früh nicht so recht in Gänge. Nach frischen 7 Grad morgens, hatte die Sonne Mittags schon deutlich an Kraft gewonnen. Zum ersten Mal, seit ich in Ventenac-en-Minervois gestartet war, konnte ich in Radlershorts und T-Shirt fahren.

Die Strecke heute sollte über Saint-Laurent, Aiguillon, Tonneins und Marmande zum Camping au jardin in Meihlan-sur-Garonne laufen. Ich kannte diesen günstigen, ruhigen und schönen Zeltplatz von meiner Radwandertour 2018.

27. Mai, Etappe von Serignac-sur-Garonne nach Meilhan-sur-Garonne

Der Radweg ist an sich schön zu fahren, aber mit dem dünnen Rennradreifen auf dem Hinterrad wurde jede Baumwurzel, Bodenwelle und jedes Schlagloch zu einer echten Herausforderung. Ich fuhr also langsamer als sonst. Leider hat die Garage in Serignac-sur-Garonne keine normalen 28“ Reifen gehabt. Erst in Langon habe ich wieder die Möglichkeit, einen Intersport oder Baumarkt anzufahren.

Glücklicherweise hielt der Reifen bis zum Etappenziel! Jetzt muss er morgen noch mal 28 Kilometer bis nach Langon durchhalten. Um 16.30 erreichte ich den Campingplatz, checkte ein und baute mein Zelt auf. Das Mobilfunknetz ist hier sehr gut, da kann ich heute Abend noch etwas arbeiten und auch den Blog aktualisieren.

23. Mai, Etappe von Valence d’Agen nach Serignac-sur-Garonne

Gefahrene Kilometer: 44,8

Die Temperatur um 6.00 heute früh betrug nur 6 Grad! Ganz schön frisch für den Wonnemonat Mai. Da schmeckte der heiße Kaffee gleich doppelt gut. Ich ließ mir Zeit mit Frühstücken und Packen, denn ich plante heute nur eine kurze Etappe. Daher brach ich erst um 11.30 auf und machte noch einen Abstecher zu einer Bäckerei in Valence d’Agen.

Die heutige Strecke führte über Golftech, wo ein Kernkraftwerk steht. Das ist für mich jedesmal ein gruseliger und auch etws surrealer Anblick. Dorfidylle und die wunderschöne Natur am Kanal und dann diese zwei monströsen Türme mittendrin. Von da aus ging es über Lamastière und Castelculier nach Agen. Der Kanal verläuft durch das Gewerbegebiet und anschließend an Agen vorbei bis zum Hafenbecken.

23. Mai, Etappe von Valence d'Agen nach Serignac-sur-Garonne

Tja, und dort verließ mich mein Glück. Es knallte kurz, zischte und mein Hinterreifen war platt. Über was ich gefahren sein musste, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht ein Nagel. Jedenfalls kam ich mit diesem Platten nicht weit.

Ich schob das Fahrrad einige Kilometer, über die Pont de Canal und zu einem Picknickplatz. Um den Schlauch reparieren zu können, musste ich natürlich erst einmal alles abbauen. Anhänger, Satteltaschen und Zelt und den Seesack, die auf dem Gepäckträger befestigt waren.

Hinterrad ausbauen, Reifen lösen – das Loch im Schlauch war schnell gefunden und repariert. Der Reifen selbst sah aber auch nicht mehr so ganz fit aus. Ich hoffte, dass er noch hielt, bis ich ein Fahrradgeschäft erreichte. Der Intersport in Castelsarrasin gestern hatte für 28 Zoll Räder leider weder Schläuche noch Reifen.

Spoiler: Er hielt natürlich nicht! Nur 5 Kilometer lang konnte ich fahren, dann war er wieder platt. Aufpumpen brachte auch nichts. Da doch recht viel Gewicht auf dem Hinterrad ruhte, wollte ich nicht auch noch die Felgen riskieren und beschloss, den Rest des Weges, immerhin noch 8 Kilometer, das Fahrrad zu schieben.

Statt also wie geplant um 16.00 kam ich erst um 19.00 auf dem Campingplatz an. Ziemlich geschafft, baute ich das zelt auf, ging duschen und plante einen Tag Pause ein. Hier am Ort gibt es nämlich eine kleine Garage, die auch Fahrräder repariert, aber natürlich haben die Pfinstmontag zu. Ich werde mein Glück also am Dienstag probieren.

22. Mai, Etappe von Montech nach Valence d’Agen

Nachdem es abends noch bis in die Nacht kräftig geregnet hatte, zeigte sich auch der heutige Tag windig, grau und kühl. Da die Etappe heute kürzer ausfiel, konnte ich mir morgens Zet mit dem Packen und Frühtsück nehmen. Außer mir hatten noch eine vierköpfige Gruppe und ein Pärchen hier campiert. Ich staunte nicht schlecht, als alle sechs sich in den kleinen Augenthaltsraum quetschten, um dort zu frühstücken. Fenster und Tür natürlich zu und alle ohne Maske. Dieses Verhalten wird mir wohl leider noch öfter begegnen. Als wäre die Pandemie wie durch ein Zauberwort, weil überall geöffnet und gelockert wird, einfach vorbei.

Ich zog es vor, im Zelt zu frühstücken, packte später und startete 11.15 auf die Etappe nach Valence d’Agen. Den dortigen Campingplatz hatte ich schon einige Male besucht. Er liegt schönruhig, ist sehr sauber und gepflegt und mit 6,00 € pro Nacht (ohne Strom), auch günstig.

In Montech hielt ich noch an einer Apotheke und einem Bankautomaten. Einige Campingplätze auf meiner Strecke nehmen nur Schecks und Bargeld. Das erste Ziel auf dieser Etappe sollte der Intersport in Castelsarrasin sein. Ich musste noch meine Ausrüstung ergänzen. Es wurde 15.00, bis ich wieder unterwegs war. Mit ordentlich Gegenwind radelte ich bis Moissac, wo ich an der Uferpromenade eine kurze Pause für einen Snack einlegte.

22.Mai, Etappe von Montech nach Valence d'Agen

Dann ging es auf die letzten 16 Kilometer nach Valence d’Agen. Bei Moissac bildet der Kanal eine große Schleife, führt dann über Malause und Pommevic in sanften Bögen nach Valence d’Agen. Um 17.15  erreichte in den Campingplatz. Hier gab es deutlich mehr Gäste, als auf den anderen davor. Zumeist welche mit Wohnmobil, aber auch ein paar Radwanderer. Die morgige Etappe nach Serignac-sur-Garonne wird ähnlich kurz und leicht zu fahren sein.