11. Juni, Etappe von Saint-Palais-sur-Mer nach Marennes

Gefahrene Kilometer: 43,97

Nachdem ich unerklärlicherweise schon um vier Uhr in der Früh wach wurde und auch nicht wieder einschlafen konnte, nutzte ich die Zeit, etwas zu schreiben und, sobald es hell wurde, den Reifen zu reparieren, respektive den Schlauch.
Ich überprüfte ihn auf Löcher, fand aber keine. Probehalber baute ich das Rad wieder ein, pumpte den Reifen auf und schaute immer wieder mal nach, während ich zusammenpackte, ob er Luft verlor. Tat er nicht. Ich hoffte, dass das so blieb und startete um 11.00.

11. Juni, Etappe von Saint-Palais-sur-Mer nach Marennes


Es war jetzt schon sehr heiß, aber ein großer Teil der heutigen Etappe führte durch Wald. Am nächsten Supermarkt deckte ich mich noch mit frischem Obst, soweit Tomaten und Gurken ein. Einige Kilometer weiter kaufte ich bei einer Bäckerei Maisbrot. Auffällig auch hier an der Atlantikküste in den Touristengebieten: Die Hauptsaison hat noch nicht begonnen und die meisten Campingplätze sind noch recht leer. Auch an den Stränden tummeln sich nur wenige Menschen. Das Wasser ist noch zu kalt, zum Baden. Nur einige Mutige wagen sich in die Fluten.
Auf dem Radwanderweg, den ich 2018 und 2019 im Hochsommer befahren hatte, kamen mir ebenfalls, wie schon seit Toulouse, kaum andere Radwanderer entgegen. Dafür radelten viele Ausflügler und Rennradsportler durch die Gegend.
Die Strecke war hügelig, es ging andauernd rauf und wieder runter, und teilweise war der Radweg auch sehr holprig, was mein Gespann ganz schön beanspruchte. Der Reifen, der gestern platt war, hielt aber.
2 Kilometer vor dem Leuchtturm gabelte sich dann der Radwanderweg und ich studierte die Hinweisschilder. Von hier aus konnte ich ebenso auf einem kürzeren, deutlich hügeligeren, Radweg nach La Tremblade fahre und von da aus dann zur Brücke nach Marennes. Oder ich blieb auf dem Eurovelo 1 entlang der Küste. Länger, aber ab hier auch flacher. Ich entschied dafür, mich auf dem Eurovelo zu bleiben, und radelte nach einer Trinkpause im Schatten weiter.
Die jetzt noch 14 Kilometer bis nach Marennes zogen sich allerdings. Die Hitze, obwohl mit 29 Grad noch nicht hochsommerlich, machte mir zu schaffen. Endlich erreichte ich die Brücke, von hier aus war es nicht mehr weit zum angepeilten Campingplatz. Dafür verließ der Radwanderweg jetzt den Wald und verlief durch die Marschwiesen und entlang der Austern- und Muschelfangplätze. Der Campingplatz gehört zu einem Bauernhof, ist mit 6,50 € inklusive Strom pro Nacht sehr günstig und zum Strand ist es nicht weit. Ziemlich geschafft von der Hitze erreichte ich ihn um 16.30. Einen Tag – vielleicht auch zwei, da muss ich noch mit meinen Geldbeutel drüber diskutieren – werde ich mir eine Pause gönnen und an meinem Nächstbuch weiterschreiben. Sonst wird das nix mehr mit einer Veröffentlichung Ende Juni!

10. Juni, Etappe von Mortagne-sur-Gironde nach Saint-Palais-sur-Mer

Ich brach erst um 11.00 auf, da ich heute nur eine kurze Etappe fahren wollte. Da ich den Radweg von 2018 noch einigermaßen gut in der Erinnerung hatte, wollte ich ein paar seiner Schleifen durch die Hügel abkürzen, was mir zwischen Mortagne-sur-Gironde und Barzan auch gelang. Danach jedoch wechselte ich wieder auf den Radweg, der schön entlang der Küste verlief mit fantastischen Ausblicken auf die Gironde und den Atlantik. Endlich wieder das Meer sehen!
Nachteil an der Strecke war allerdings, dass sie über die Steilfelsen – Falaises – verlief, was ganz schön anstrengend war. Ich fuhr also relativ langsam, schob das Fahrrad auch immer wieder bei den schwereren Steigungen.
Geplant hatte ich, wieder an derselben Stelle zu biwakieren wie 2018: Auf einem Aire de Campingcar. Normalerweise ist das nicht erlaubt, aber es gibt Ausnahmen. Der Platz lag hinter La Palmyre, das waren von Royan aus noch 18 Kilometer auf dem Radwanderweg.

10. Juni, Etappe von Mortagne-sur-Gironde nach Saint-Palais-sur-Mer
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Es wäre zu schaffen gewesen, aber dann entdeckte ich zufällig, als ich für ein Foto das Gespann parkte und um den Anhänger herumging, dass der rechte Reifen platt war. Wo und wie das passiert war, konnte ich nicht beantworten, aber es änderte meine Pläne. Lief der Reifen zulange, mit dem Gewicht des Gepäcks auf der Felge, war der nämlich gleich mit hinüber und Reifen mit 16 Zoll kriegt man nicht an jeder Straßenecke!
Also langsam weiterfahren und jeden Campingplatz abchecken, der nicht zu weit vom Radwanderweg entfernt lag. Von meiner Tour 2018 kannte ich die Preise schon, in der Regel für mich unerschwinglich. Doch in Saint-Palais-sur-Mer entdeckte ich einen Campingplatz, der für Radwanderer einen Sonderpreis von 11 € anbot. Der Eingang befand sich nur wenige hundert Meter bergauf und zehn Minuten späte konnte ich, obwohl die Rezeption schon geschlossen war, einchecken.
Das gab mir Muße, den Schlauch zu reparieren, was ich aber auf den nächsten Morgen verschob, weil ich ziemlich müde war, denn bis ich das Zelt aufgebaut, geduscht und gegessen hatte, war es auch schon fast 22.00 geworden. Morgen sind es dann noch etwa 40 Kilometer bis nach Marennes, wo ich wieder auf den sehr günstigen Campingplatz fahren werde, den ich auf der Tour 2019 – da radelte ich aus der Gegenrichtung nach Süden – besucht hatte, und werde dort wohl einen oder zwei Tage Pause zum Schreiben einlegen.

09. Juni, Etappe von Blaye nach Mortagne-sur-Gironde

Gefahrene Kilometer: 75,93

Ausgeruht und pünktlich um 9.00 brach ich auf. Schwierigkeiten bereitet mir seit Bordeaux allerdings eine Sehnenzerrung am rechten Oberschenkel. Beim Radfahren spüre ich sie kaum, aber beim Laufen und wenn ich mich anziehe und dabei das Bein anheben muss. Mein geplantes Etappenziel sollte heute Barzan sein, so wäre die nächste Etappe nach Marennes wesentlich kürzer. Da die Campingplätze ab Mortagne-sur-Gironde viel zu teuer sind, plante ich ein Biwak, also wildcampen.

Bis Ètauliers verlief die Route auf einem schönen autofreien Radwanderweg durch Weinberge, leichte Steigungen inbegriffen, und kleine Dörfer. Ab Braud-et-Saint-Louis jedoch führte der Radweg entlang einer Straße. In diesem Ort gönnte ich mir eine Pause im Schatten und ein zweites Frühstück. Danach radelte ich weiter. Das Gelände entlang der Gironde wurde zunehmend offener, mit wenig Baumbestand, dafür jeder Menge Äcker und Rinderweiden, durchzogen von unzähligen großen und kleinen Kanälen. Marschwiesen, hier als Marais bezeichnet.

Hinter dem Hafen von Vitrizey tauchten neue Schilder für den Radwanderweg auf. Sie waren gelb mit schwarzer Schrift, was bedeutete, dass die Route nur provisorisch angelegt war. In die Richtung, in die ich eigentlich wollte, fand ich aber keine einzige Markierung )grün auf weißem Grund) mehr. Also folgte ich der neuen Route.

Nach einigen Kilometern erblickte ich die Gironde, den großen Estuaire (Flussmündung – die längste Europas), allerdings rechts von mir. Ich stutzte, denn das braune schlammige Gewässer müsste sich natürlich in Richtung Royan links von mir befinden!

Ich drehte also um, weil ich annahm, dass ich irgendwo ein Schild übersehen hatte. Bis zum Ausgangspunkt, also da, wo ich die übliche Route verlassen hatte, gab es nichts. Keine Weg, keine Straße und erst recht kein Hinweisschild. Nur die zurück nach Vitrizey, wie es auch auf einer Markierung an einem Pfahl gestanden war.

Für solche Fälle greife ich auf Google Maps oder Komoot zurück. Ich gab das Ziel ein und Google zeigte mir die zu fahrenden Strecke. So weit, so gut. Dachte ich. Selbstverständlich kam es anders. Google neigt nämlich dazu, Wege als mit dem Fahrrad passierbar zu markieren, die es absolut nicht sind, erst recht nicht mit viel Gepäck und einem Hänger! Lange Rede, kurzer Sinn: Ich landete dreimal irgendwo auf einem Grasweg mitten in der Pampa. Ja, danke Google. Bis ich eine fahrbare Strecke gefunden hatte, vergingen gut zwei Stunden und der Fahrradtacho verzeichnete fast 8 Kilometer mehr.

09. Juni, Etappe von Blaye nach Mortagne-sur-Gironde

Witzigerweise entdeckte ich dann wieder Schilder, die man aber nur von der anderen Richtung her sah! Die restlichen hatte man scheinbar abmontiert, denn als ich diese Route 2018 befuhr, gab es auch die neuen gelben Schilder noch nicht.

Klar war mir, dass ich es nicht mehr bis Barzan schaffen würde, also peilte ich doch Mortagne-sur-Gironde als Etappenziel an. Durch den immer mehr auffrischenden Wind, der mir mit teilweise 50 kmh entgegen blies, erreichte ich den kleinen Campingplatz vor Mortagne-sur-Gironde mit weiterer Verspätung. Eigentlich hatte der noch gar nicht geöffnet, doch mit Fahrrad und Zelt durfte ich trotzdem dort campieren. Morgen werde ich dann sehen, wie weit ich komme. Hoffentlich mit weniger Wind.

07. Juni, Etappe von Margaux nach Blaye

Gefahrene Kilometer: 15

Ich frühstückte noch mit der Familie und brach um 9.00 auf. Die nächste Fähre nach Blaye legte um 11.30 ab, also genug Zeit, um die Strecke von, laut Google, 12 Kilometern zurückzulegen und und zwischendurch eine Pause einzulegen, denn es wurde schon jetzt ganz schön war. Für den Nachmittag sind 27 Grad angekündigt und ab Mitte der Woche knacken die Temperaturen die 30 Grad-Marke!

07. Etappe von Margaux nach Blaye

Am Fährhafen standen schon etliche Autos und Caravans, auch ein Radwanderer war dabei. Sein Fahrrad stammt von einem deutschen Hersteller und wow, so ein Teil hätte ich auch gern! Na ja, mit einem Preis von „nur“ knapp 2000 € werde ich aber noch lange drauf sparen müssen.

Die Überfahrt verlief ruhig, bis ich an der Kasse bezahlen konnte – lange Passagierschlange – war die Hälfte der Fahrzeit von zwanzig Minuten bereits herum. Vom Hafen in Blay war es dann nur noch ein Kilometer zum Campingplatz, der inmitten der alten Zitadelle liegt, eines der meisterhaften Festungsbauten von Vauban, einem französischen Baumeister unter Louis XIV.

Im Gegensatz zu meiner Radwandertour 2018, als ich Ende Juni die Gironde entlang geradelt bin, ist der Cempingplatz nahezu leer. So konnte ich mir ein schönes schattiges Plätzchen in der Nähe der sanitären Anlagen aussuchen.

Visite Bordeaux!

3 Stunden Bordeaux. Für jemanden wie mich, die sich in Städten nicht wohl fühlt, eine lange Zeit. Sicher nicht genug um wirklich alles zu sehen, aber die Fotoausbeute ist trotzdem beachtlich. (Meine Kopfschmerzen auch!). Viel spaß beim Bilder gucken.

Bordeaux
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06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

Wie geplant brach ich um 9.00 auf, damit ich genug Zeit hattte, Bordeaux zu besichtigen und um rechtzeitig noch die Fähre nach Blaye zu erwischen. Die letzte geht um 19.00 von Lamarque nach Blaye. Gesamtstrecke laut Google etwa 50 Kilometer. Das war durchaus zu schaffen. Dachte ich.

Es kostete mich allerdings bereits statt einer Stunde zur Uferpromenade von Bordeaux locker zweieinhalb. Der Grund wahren zahlreiche Baustellen, bei denen auch die Radwege gesperrt waren. Ich musste also viele Umwege fahren und erreichte den Bahnhof erst um 11.30. Durch die Altstadt ging es dann zu Fuß weiter. Zum einen, weil ich viele Fotos schoss, zum anderen weil es höllisch voll war, obwohl die Hauptsaison noch nicht begonnen hat.

Vom Bahnhof aus arbeitete ich mich langsam vor. Erst den Grosse Cloche, einen historischen Glockenturm, danach den Place de la Bourse und zum Schluss das Monument aux Girondins. Dazwischen ganz viel Altstadt. Zwei Märkte habe ich auch besucht, dachte, ich könnte mir was zum Essen auf die Hand holen, aber Himmel, da sind die Menschen sich ja gegenseitig auf die Füße getreten oder standen Schlange an den Imbissständen!

Ich begnügte mich also mit meinem Reiseproviant, legte eine kurze Pause ein und radelte dann weiter und aus Bordeaux raus. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Der Radwanderweg zur Fähre nach Lamarque war grottenschlecht ausgeschildert, sodass ich ich zwischendurch immer wieder mit Google Maps meinen Weg suchen musste. Das kostete natürlich Zeit. Zudem war das Gelände hügelig, was mein Reisetempo bremste.

06. Juni, Etappe von Gradignan nach Margaux

Als ich dann endlich auf den Radwanderweg gelangte, wusste ich schon, dass ich es bis zur Fähre nicht schaffen würde. Ich hoffte daher, irgendwo einen akzeptablen Schlafplatz zu finden. Da der Radweg entlang einer Straße führte, würde das nicht so einfach werden, außerdem sind die Wälder ohnehin tabu fürs Campen wegen der Brandgefahr durch offenes Feuer. Die Gendarmerie kontrolliert auch streng und Ärger mit der Polizei wollte ich natürlich vermeiden.

Um 18.30 fuhr ich an einem Haus mit Grundstück zwischen Arsac und Margaux vorbei, wo gerade eine kleine Familienfeier stattfand. Ich fragte nach einem Platz, wo ich mein Zelt aufbauen könnte et voilà: Der Schlafplatz für diese Nacht war gefunden! Ich durfte sogar duschen und wurde zum Abendessen eingeladen. Sehr liebe Menschen, die ich da getroffen habe. Morgen geht es dann gemütlich die restlichen 12 Kilometer zur Fähre weiter.

05. Juni, Etappe von Saint-Symphorion nach Gradignan

Eine Woche hat die Pause auf dem Campingplatz gedauert, teils, weil ich das neue Buch fertiggestellt und veröffentlicht habe, teils weil das Wetter wirklich unterirdisch schlecht war. Vor allem die letzten drei Tage wechselte es von Dauerregen zu heftigen Gewittern und zurück zu noch mehr Dauerregen.

So bin ich erst heute bin Richtung Bordeaux aufgebrochen. Recht spät, erst um 11 Uhr, weil das Zelt und alles andere noch etwas abtrocknen musste, bevor ich es verpacken konnte. Ziel heute sollte Cestas sein, 20 Kilometer vor Bordeaux. Irgendwo dort wollte ich mir dann einen geeigneten Schlafplatz suchen.

Die erste Strecke ging weiter auf dem Radwanderweg nach Biganos, der anschließend an der Atlantikküste weiterführt zur Fähre nach Royan. Doch an einer Kreuzung hinter Hosten, enteckte ich einen anderen Radwanderweg, der nach La Brède führte. Der war nicht nur kürzer, ich hätte sonst auch auf die D5 wechseln müssen. Wenn eben möglich mied ich Straßen und nahm lieber autofreie Radwege.

Zudem gab es bei La Brède einen großen Supermarkt, den Auchun, wo ich sicher passende Gaskartuschen für meinen Gaskocher bekam. Also wechselte ich auf diesen Radwanderweg, 21 Kilometer bis nach La Brède. Er war schön zu fahren und größtenteils ohne Steigungen. Nachdem ich im Auchun die Kartuschen und noch Brot und Obst eingekauft hatte, wechselte ich auf die D109 durch La Brède durch und in Richtung Léognan. Der Radweg war hier ein Seitenstreifen entlang der Straße, die aber nicht sehr stark befahren war.

05. Juni, Etappe von Saint-Symphorion nach Gradignan

Dafür hatte ich jetzt wieder mit Steigungen zu kämpfen, die Sonne machte mir ebenfalls zu schaffen – es ging hier durch offenes Gelände, meistens Weinberge – und suchte Schatten auf, wo immer ich ihn fand. An der Einfahrt zu einem Weingut machte ich eine längere Pause unter Bäumen, als sich die ersten leichten Anzeichen von Hitzschlag bemerkbar machten. Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel.

Ich trank einen Liter Wasser, ruhte mich aus und fuhr dann nach etwa einer halben Stunde weiter. In Léognan konnte ich wieder auf einen Radweg wechseln der von der Straße durch Hecken abgetrennt war. Auch gab es hier viel mehr Schatten und sehr weit war es nicht mehr bis zum Campinplatz. Ich radelte durch Gradignan durch und etwa einen Kilometer dahinter, direkt am Radweg tauchte die Einfahrt zum Camping Beau Soleil auf. 10 Öcken kostete eine Übernachtung mit Zelt und ohne Strom, aber das ist günstig für einen Campingplatz an der Peripherie Bordeaux.

Morgen wird es noch mal stressig. Die gesamte Strecke bis zur Fähre nach Lamarque beträgt fast 60 Kilometer. Ich werde morgen also früher aufbrechen, damit mir genug Zeit bleibt, die Stadt zu besichtigen.

28. Mai, Etappe von Meihlan-sur-Garonne nach Villandraut

Gefahrene Kilometer: 57

Ursprünglich plante ich, auf dem Campingplatz einen Tag zu bleiben, aber die Preise hatten sich nach oben geändert und das wurde mir zu teuer. Die heutige Etappe sollte über Caset-enDorthe über Langon nach Villandraut in den LesLandes gehen. In Langon wollte ich noch einen Abstecher zu einem Fahrradgeschäft oder zum Intersport machen, um einen passenden neuen Reifen fürs Hinterrad zu kaufen. Wer wusste schon wie lange der Rennradreifen noch durchhielt?

Da beide Geschäft aber Mittags schlossen und die Strecke nach Langon anstrengend werden würde, brach ich später auf – 11.30 – sodass ich zwischen 14.00 und 15.00 Uhr ankommen würde und danach noch genug Zeit hatte, um zum Campingplatz zu fahren.

Was ich dabei nicht bedacht hatte: Das Wetter! Im Gegensatz zu den bisherigen  recht kühlen Tagen, stieg die Temperatur heute nämlich auf 29 Grad. Dazu kamnoch, dass ab Castet-en-Dorthe, wo der Kanal in die Garonne mündet, das Gelände nicht nur hügeliger, sondern auch offener wurde. Ich bin leider extrem empfindlich, was die Sonne angeht. Nicht nur die Gefahr von Sonnenbrand besteht bei mir schon ab 20 Grad, auch für Hitzschlag bin ich anfällig. So schön die Sommermonate auch sind, ich liebe sie, muss ich sehr vorsichtig sein. Rechtzeitig und häufig Schatten aufsuchen, gut mit Sonnenschutzcreme – Lichtschutzfaktor 50+ – einschmieren und viel, viel Wasser trinken.

28. Mai, Etappe von Meihlan-sur-Garonne nach Villandraut
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Bis Castet-en-Dorthe jedoch konnte ich es noch gemütlich angehen lassen. Ab da begannen die Steigungen und das Gelände im Tal entlang der Garonne zeigte sich offen. Hier gibt es aufgrund des fruchtbaren Bodens viele Obstplantagen und Ackerbau. Um 15.00 erreichte ich Langon. Das Fahrradgeschäft lag leider, wie alle anderen Märkte auch, direkt an der Route National, die ich natürlich lieber mied.

Ich radelte also einen größeren Umweg über kleinere Straßen und gelangte so auch direkt zum Fahrradgeschäft. Reifen und Schlauch waren schnell gekauft, den Intersport konnte ich mir also sparen. Montieren wollte ich alles, wenn ich auf dem Campinplatz war.

Von Langon aus konnte ich den Radwanderweg nehmen, der durch die LesLandes zur Küste und von da aus via Fähre nach Royan führte. Bis hinter Roaillan ging aber stetig bergauf und ich brauchte viele Pausen. Danach – endlich – konnte ich es einfach rollen lassen und fuhr mit streckenweise 24 kmh!

In Villandraut erwartete mich am Campingplatz, den ich gegen 18.00 müde und mit Kopfschmerzen – Sonne – erreichte, war geschlossen, trotz gegenteiliger Auskunft, den mir die Mairie – Rathaus – per Mail auf meine Anfrage erteilt hatte.

Der nächste Campingplatz lag zwar nur 13 Kilometer weiter, aber ich wusste nicht, ob er offen hatte und zum Einchecken wäre es dann schon zu spät gewesen. Also suchte ich mir einen Platz zum wildcampen undfand ihn kurz hinter Villandraut an einem Picknickplatz. Ich fragte einen Anwohner, ob das in Ordnung ist, dass ich hier übernachtete und bekam das Okay dafür. Der Platz lag ruhig, war gepflegt und bei anderen Anwohnerin bekam ich nicht nur Wasser, sondern konnte auch noch duschen.

Alles in allem hätte ich es schlechter treffen können. Nach der Dusche hatte ich imme rnoch Kopfschmerzen, also verzog ich mich recht früh in den Schlafsack. Den morgigen Tag wollte ich dann auf dem nächsten Campingplatz, den ich bereits per Mail kontaktiert hatte, verbringen. Eventuell auch noch den Sonntag.

27. Mai, Etappe von Serignac-sur-Garonne nach Meilhan-sur-Garonne

Gefahrene Kilometer: 62,49

Der Aufbruch nach ein paar Tagen Pause erfolgte recht spät, nämlich erst  um 11.30. Irgendwie kam ich heute früh nicht so recht in Gänge. Nach frischen 7 Grad morgens, hatte die Sonne Mittags schon deutlich an Kraft gewonnen. Zum ersten Mal, seit ich in Ventenac-en-Minervois gestartet war, konnte ich in Radlershorts und T-Shirt fahren.

Die Strecke heute sollte über Saint-Laurent, Aiguillon, Tonneins und Marmande zum Camping au jardin in Meihlan-sur-Garonne laufen. Ich kannte diesen günstigen, ruhigen und schönen Zeltplatz von meiner Radwandertour 2018.

27. Mai, Etappe von Serignac-sur-Garonne nach Meilhan-sur-Garonne

Der Radweg ist an sich schön zu fahren, aber mit dem dünnen Rennradreifen auf dem Hinterrad wurde jede Baumwurzel, Bodenwelle und jedes Schlagloch zu einer echten Herausforderung. Ich fuhr also langsamer als sonst. Leider hat die Garage in Serignac-sur-Garonne keine normalen 28“ Reifen gehabt. Erst in Langon habe ich wieder die Möglichkeit, einen Intersport oder Baumarkt anzufahren.

Glücklicherweise hielt der Reifen bis zum Etappenziel! Jetzt muss er morgen noch mal 28 Kilometer bis nach Langon durchhalten. Um 16.30 erreichte ich den Campingplatz, checkte ein und baute mein Zelt auf. Das Mobilfunknetz ist hier sehr gut, da kann ich heute Abend noch etwas arbeiten und auch den Blog aktualisieren.

23. Mai, Etappe von Valence d’Agen nach Serignac-sur-Garonne

Gefahrene Kilometer: 44,8

Die Temperatur um 6.00 heute früh betrug nur 6 Grad! Ganz schön frisch für den Wonnemonat Mai. Da schmeckte der heiße Kaffee gleich doppelt gut. Ich ließ mir Zeit mit Frühstücken und Packen, denn ich plante heute nur eine kurze Etappe. Daher brach ich erst um 11.30 auf und machte noch einen Abstecher zu einer Bäckerei in Valence d’Agen.

Die heutige Strecke führte über Golftech, wo ein Kernkraftwerk steht. Das ist für mich jedesmal ein gruseliger und auch etws surrealer Anblick. Dorfidylle und die wunderschöne Natur am Kanal und dann diese zwei monströsen Türme mittendrin. Von da aus ging es über Lamastière und Castelculier nach Agen. Der Kanal verläuft durch das Gewerbegebiet und anschließend an Agen vorbei bis zum Hafenbecken.

23. Mai, Etappe von Valence d'Agen nach Serignac-sur-Garonne

Tja, und dort verließ mich mein Glück. Es knallte kurz, zischte und mein Hinterreifen war platt. Über was ich gefahren sein musste, konnte ich nicht erkennen. Vielleicht ein Nagel. Jedenfalls kam ich mit diesem Platten nicht weit.

Ich schob das Fahrrad einige Kilometer, über die Pont de Canal und zu einem Picknickplatz. Um den Schlauch reparieren zu können, musste ich natürlich erst einmal alles abbauen. Anhänger, Satteltaschen und Zelt und den Seesack, die auf dem Gepäckträger befestigt waren.

Hinterrad ausbauen, Reifen lösen – das Loch im Schlauch war schnell gefunden und repariert. Der Reifen selbst sah aber auch nicht mehr so ganz fit aus. Ich hoffte, dass er noch hielt, bis ich ein Fahrradgeschäft erreichte. Der Intersport in Castelsarrasin gestern hatte für 28 Zoll Räder leider weder Schläuche noch Reifen.

Spoiler: Er hielt natürlich nicht! Nur 5 Kilometer lang konnte ich fahren, dann war er wieder platt. Aufpumpen brachte auch nichts. Da doch recht viel Gewicht auf dem Hinterrad ruhte, wollte ich nicht auch noch die Felgen riskieren und beschloss, den Rest des Weges, immerhin noch 8 Kilometer, das Fahrrad zu schieben.

Statt also wie geplant um 16.00 kam ich erst um 19.00 auf dem Campingplatz an. Ziemlich geschafft, baute ich das zelt auf, ging duschen und plante einen Tag Pause ein. Hier am Ort gibt es nämlich eine kleine Garage, die auch Fahrräder repariert, aber natürlich haben die Pfinstmontag zu. Ich werde mein Glück also am Dienstag probieren.