Paris!

Paris ist immer eine Reise wert, sagt man ja so schoen. Und es stimmt! Mit dem Fahrrad durch eine Metropole wie Paris zu fahren, waere bis vor 2 Jahren noch ein abenteuerliches Unterfangen gewesen. doch seitdem hat sich, was die Infrastruktur der Radwege betriffft, enorm viel getan. Daher nahm ich heute das Abenteuer Paris in Angriff und auch die Wettergoettin hatte ein Einsehen. Blauer Himmel mit Schaefchenwolken, Sonne pur und 22 Grad mit einer leichten Brise. Perfekt.

Nun bin ich ja ein absolutes Landei und bekomme schon Kopfschmerzen, wenn ich durch eine wesentlich kleinere Stadt – beispielsweise Toulouse oder so – fahren muss. Fuer gewoehnlich halte ich mich in Staedten nicht laenger auf, als unbedingt noetig, aber hey, wir reden hier von Paris! Durch den beruehmten Blois de Bologne fuhr ich ueber die Avenue des Champs Élysées direkt auf den Arc de Triomphe de l’Étoile zu. Dieser wurde ja in einer Aufsehen erregenden Aktion zum Gedenken an den 2020 verstorbenen Kuenstler Christo verhuellt.

Paris
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Von da aus machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Decathlon, ein Notzelt kaufen, dann ging es weiter an die Seine. Von der Alexandre III. Bruecke hatte ich einen fantastischen Blick auf den Eiffelturm. Fotos mussten leider reichen, denn dieses Bauwerk lag nicht in meiner Reiserichtung und die Zeit war ohnehin knapp bemessen, wollte ich es noch die 42 Kilometer zum naechsten Campingplatz schaffen. So blieb es bei kurzen Stippvisiten am Louvre, dem Place da la Concorde, den Tuilerien und Notre Dame. Ein kleiner Schreckmoment, weil der Radwanderweg von schwer bewaffneter Polizei blockiert wurde – ich habe nicht nachgefragt, warum – dann ging es auf einem alternativen Radweg wieder aus der Landeshauptstadt hinaus. Fazit: Natuerlich war der Aufenthalt zu kurz, aber Paris hat dennoch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Da ich die Besichtigung von Château de Versailles auch in diesem Jahr streichen musste, wird das sicher nicht mein letzter Besuch in Paris gewesen sein.

Die Etappen auf dem Radwanderweg La Seine à Vélo von Rouen nach Paris

Ich fasse die Etappen zusammen, da es doch etliche Tage her ist, dass ich Zeit und Möglichkeit hatte, den Blog zu aktualisieren. Mein Tablet, welches als Ersatz fuer den defekten Laptop diente, zeigte sich selten kompatibel mit der Speicherkarte der Kamere und das Schreiben war auch recht muehsam.

Auch die zweite Etappe nach Aufbruch von Honfleur verlief leider viel an grossen Strassen entlang, teilweise ohne Radfahrerstreifen oder auch nur einem Seitenstreifen. Vor allem durch den Schwerlastverkehr enstanden mehrfach recht gefaehrliche Situationen, wenn die LKW-Fahrer extrem dicht ueberholten. Vor allem Bruecken und Fahrbahnverengungen boten dann reichlich Adrenalinkicks! Der Campingplatz in Le Mesnil-sous-Jumièges lag an einem grossen Badesee und war daher auch entsprechend gut besucht. Ein Zeltplatz fand sich dennoch und es war auch relativ guenstig. Von hier aus stand mir eine laengere Etappe bevor, denn es gab vor oder nach Rouen keinen einzigen Campingplatz mehr. Der naechste befand sich erst wieder in Pont-de-l’Arche.

5. September, Etappe von Jumièges nach Elbeuf
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Um noch etwas Zeit fuer eine Besichtigung von Rouen zu haben, startete ich also schon um halb neun am nachsten Morgen. Zudem konnte ich vom Radwanderweg etwa 10 Kilometer abkuerzen, indem ich erst mit der faehre in Duclair ueber die Seine uebersetzte. Diese kleinen Faehren pendeln halbstuendlich und sind gratis. Dennoch kam ich erst Mittags in Rouen an. So sehr viel Zeit blieb mir leider nicht, doch einige schoene Fotos gelangen mir, bevor ich weiterfuhr. Wie ich es befuerchtet hatte, schaffte ich es nicht mehr bis zum Campingplatz, aber ich fand einen Zeltplatz auf dem Grundstueck eines Restaurants. Der freundliche Inhaber erlaubte mir, dort zu campieren und versorgte mich auch mit frischem Wasser.

6. September, Etappe von Elbeuf nach Bernières-sur-Seine

Frueh startete ich wieder, passierte Elbeuf und suchte mir ein ruhiges Cafe zum Fruehstuecken. Den Campingplatz fuhr ich natuerlich nicht mehr an, entschied mich lieber dafuer, eine weitere Etappe zu fahren, solange das Wetter noch so schoen blieb. Die Route fuehrte weiterhin an der Seine entlang, war auch sehr schoen zu fahren. Die naechste Station war ein Campingplatz bei Bernières-sur-Seine, auch an einem See gelegen. Dass die Hauptsaison vorbei war, sah man hier deutlich. Keine Radwanderer zu sehen und nur noch wenige Camper mit Wohnmobil hielten sich auf dem Platz auf.

7. September, Etappe von Bernières-sur-Seine nach Freneuse

Die naechste Etappe brachte mich zu einem Campingplatz in Freneuse, den ich auch schon vor zwei Jahren besucht hatte. Von da aus ging es langsam in den Grossraum Paris hinein, bei spaetsommerlich warmen Temperaturen und Traumwetter. Ich blieb hier einige Tage und brach am 15. September wieder auf. Mein Zelt pfiff bereits auf dem letzten Loch, aber die Rueckestattung des Kaufpreises fuer den Laptop von Amazon laesst immer noch auf sich warten und meine finanziellen Ressourcen sind aufgebraucht. Das ganze Procedere dauert nun schon fast drei Monate, in denen ich ich nicht arbeiten konnte, was einen immensen Verdienstausfall bedeutet.

8. September, Etappe von Freneuse nach Médan

Die Etappe nach Paris unterteilte ich in 2 kuerzere Abschnitte, uebernachtete auf einem Campingplatz in Maisons-Lafittes, und traf am 16. September bei Regenwetter auf dem Camping de Paris ein. Der lag zwar am Ufer der Seine, woraus wohl auch der hohe Preis von 20 € resultierte, aber auf der anderen Seite verlief die stark befahrene D 1. es war also nicht nur sehr laut, auch die Zeltplaetze waren eher fuer wohnmobile, als Zelte ausgelegt: Der Untergrund bestand aus Kies und Erde, was bei dem feuchte Wetter allles andere als angenehm war. Natuerlich suchte sich mein angeschlagenes Zelt genau diesen Zeitpunkt aus, um endgueltig den Geist aufzugeben. Aus der Zeltplane bastelte ich ein provisorisches Dach – zum Glueck regnete es nicht mehr – und verbrachte so die Nacht. Nicht das Komfortabelste, aber ich hatte schon schlechter geschlafen. Bis Amazon die Rueckerstattung leistete, musste es die naechsten Tage ein Notzelt tun, dass ich in Paris bei einem Decathlon kaufen wollte.

14. September, Etappe von Médan nach Maisons-Lafittes

3. Juli, Etappe von Honfleur nach Caudebec-en-Caux

Die Etappenlänge betrug zwar nur 42 Kilometer, aber ich brach erst um 10.45 in Honfleur auf und mit dem schweren Gespann dauerte die Passage über die berühmte Pont de Normandie natürlich erheblich länger. Der grandiose Ausblick über die Seinemündung entschädigte jedoch diese Anstrengung. Auch die Brücke selbst ist absolut sehenswert.

Etappe am 3. September von Honfleur nach Caudebec-en-Caux

Danach führte der Radweg durch das Tal links der Seine und verlief dann entlang er Autobahn bis kurz vor Tancarville. Ab da leider wieder ohne Schutzstreifen an der Straße entlang, glücklicherweise nur wenige Kilometer. Bis Lillebonne und von da aus zum Campingplatz bei Caudebec-en-Caux war es eine schöne Teilstrecke. Ursprünglich wollte ich noch weiter fahren, zu einem Aire Naturelle de Camping, weil das deutlich günstiger gewesen wäre, aber dazu hätte ich wesentlich früher aufbrechen müssen.

Etappen vom 1. Bis 6. August von Créances bis Pont-l’Evêque

Von Créances aus ging es über Lessay zurück auf den Eurovélo 4, der nach Cherbourg führte. So weit wollte ich jedoch nicht fahren. Stattdessen würde ich die alternative Route nach Carentan und von da aus an die Küste radeln. Diese Region, Utah Beach, Omaha Beach und Gold Beach sind beliebt bei Kriegstouristen, die sich für die Ereignisse des D-Days interessieren.

Der anvisierte Campingplatz lag in Grandcamp-Maisy direkt an der Küste. Bis Carentan kam ich zügig voran, denn der Radwanderweg führe nahezu schnurgerade und flach erst nach La Haye-du-Puits und anschließend ebenso gerade nach Carentan.

Von da aus waren es allerdings nochmal gute 20 Kilometer bis zum Campingplatz. Hügelige 20 Kilometer und die führten auch entlang von Straßen. Die bisherige Strecke war fast komplett autofrei zu fahren.

Das Wetter spielte weiterhin nicht wirklich mit, von Sommer keine Spur. Die nächste Etappe fiel deutlich kürzer aus, mit nur 38 Kilometer, denn diese Route hatte es echt in sich. Nicht nur, dass es häufig steil wurde, zwischendurch war der Radwanderweg kaum mehr als ein Feldweg. Entweder musste ich mich durch hohes Grad kämpfen oder über Schotter, der ein wahrer Reifenkiller war. Ich kam also extrem langsam voran.

Etappen vom 1. bis 6. August von Créances nach Pont-l'Evêque
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Bei besserem Wetter hätte ich biwakieren können, um meinen Geldbeutel etwas zu schonen, doch triefnass und durchgefroren opferte ich lieber Geld für einen Campingplatz. Zumal es nicht nur bei Regengüssen blieb, auch teils heftige Gewitter suchten die Region heim.

Die Etappe dann nach Arromanche-les-Bains forderte mir mit dem schweren Gespann wirklich alles ab. Steigungen mit 10, 12 oder mehr Prozent plus erneut schlechte Wege. Was war ich froh, als es ab Ver-sur-Mer etwas flacher wurde. Der Radwanderweg machte bei Quistreham einen Umweg hoch ab der Orne, führte dann über die Pegasus-Brücke auf die andere Seite des Flusses und an ihm entlang wieder zurück zur Küste. Nieselregen setzte ein und ich schaffte es gerade so vor dem richtigen Guss auf den Campingplatz in Houlgate hinter Cabourg.

Am nächsten Tag war es immer noch kühl, windig und der Himmel war bedeckt, aber es blieb trocken. Diese Etappe führte mich über Deauville auf einen günstigen Campingplatz bei Pont-l’Evêque. Ursprünglich plante ich, nur solange hier zu bleiben, bis das Wetter besser werden würde, denn für die nachfolgenden Etappen hatte ich schlicht kein Geld mehr für Campingplätze.

Auch die Strecke über Dieppe nach Dunquerke strich ich nach reiflichem Überlegen. Diese Etappen waren mit Rot markiert und nur für gut trainierte Radfahrer empfohlen. Schließlich entschloss ich mich, hier zu bleiben und den reparierten Laptop hierher schicken zu lassen. Da ich die Übernachtungen aber erst Ende des Monats zahlen konnte, brachte das natürlich meinen Zeitplan endgültig durcheinander. Der Laptop ist jedoch wichtiger. In den Süden werde ich dann nixht mehr, wie geplant, an der Rhone entlang fahren, sondern, wie schon 2019, von Paris aus an die Loire, runter nach Nantes und von da aus zurück an den Canal de deux Mer.

Etappen vom 27. bis 30. Juli von Céaux nach Créances

Von Feins aus – nach einer erneuten Schlechtwetterpause – nahm ich die etwas längere Strecke nach Céaux, um wenigstens einen kurzen Abstecher zum wohl einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Frankreichs zu machen: Le Mont-Saint-Michel. Eine ausführliche Besichtigung war zu teuer. Weniger der Tarif für das Monument, dafür die Preise für die Campingplätze in Reichweite.

Von Céaux aus ging es dann über Avranches weiter an der Küste entlang. Das anvisierte Ziel war ein Campingplatz in Donneville-les-Bains. Dort befand sich auch das Impfzentrum, in dem ich meine zweite Impfung gegen Corona am 28. Juli bekommen sollte.

Die Strecke führte über Granville, mit dem Fahrrad ein einziger Albtraum! Sofern es Radwege gab, waren sie in schlechtem Zustand oder zugeparkt. Dazu der dichte Verkehr, inklusive Schwerlastverkehr … sollte ich je wieder in diese Ecke kommen, mache ich um Granville einen großen Bogen.

Nach Donneville-les-Bains gab es wieder einen schönen Radweg und der Campingplatz lag nicht weit davon entfernt. Leider galt der günstige Tarif für Radwanderer nur für zwei Nächte. Daher entschied ich mich, keine Pause wegen eventueller Impfreaktionen einzulegen und lieber mit kurzen Etappen weiterzufahren.

Etappen vom 27. bis 30. Juli von Céaux nach Créances

Bei extrem windigem Wetter ging es daher über Saint-Martin-de-Bréhal und Regnéville-sur-Mer nach Créances. Wegen des unbestândigen Wetters, der Tatsache, dass es bis Cherbourg fast nur noch Steilküste gab, und dem mittlerweile eng gewordenen Zeitfenster, entschied ich mich dafür, über Carentan an die gegenüberliegende Küste zu fahren.

Etappen vom 18. und 19. Juli von Nantes bis Guipry-Messac

Da es ja Wochenende war, somit kein Postamt, in dem ich auch Versandmaterial hätte kaufen können, geöffnet hatte, musste ich bis zur nächsten Etappe – Nord-sur-Erdre – warten, um den Laptop versenden zu können.

Durch Nantes durchzufahren, war enorm stressig. Viel Verkehr, viele Touristen und es wurde schnell heiß. Kaum Gelegenheit, etwas Sightseeing zu machen. Zumal es auch nicht einfach ist, mit einem schwer beladenen Gespann durch die Altstadt zu manövrieren. Die Strecke selbst war sehr schön, aber mit den Steigungen zwischendurch nicht ohne. In Nord-sur-Erdre gab ich den Laptop am Montag auf, bevor es auf die Etappe nach Guipry-Messac ging. Die fuhr ich recht zügig, denn es ging jetzt schön flach am Kanal entlang.

Etappen 18. und 19. Juli von Nantes bis Guipry-Messac

Etappen vom 12. und 17. Juli – Von Saint-Brevin-les-Pins nach Nantes

Da ich den Blog einen Monat nicht mehr aktualisiert habe, werde ich einzelne Etappen zusammen fassen.

Von Saint-Brevin-les-Pin aus verließ ich die Atlantikküste und radelte an der Loire entlang nach Nantes. Da das Wetter – mal wieder – so gar nicht sommerlich war, blieb ich in Frossay auf dem Campingplatz vier Tage und wickelte einen Designauftrag ab. Das sollte sich später noch als Glücksfall herausstellen.

Am 17.Juli dann brach ich nach Nantes auf. Die Strecke war schön zu fahren, wenn auch teilweise mit heftigen Steigungen. Der anvisierte Campingplatz lag etwa 12 Kilometer außerhalb der Stadt an der Loire. Am 19. Juli dann der große Schreck: Mein Laptop gab von einer Minute zur nächsten den Geist auf. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Da war guter Rat aber teuer. Ich fand über Google Map einen Computerladen, der auch Reparaturen anbot, im Gewerbegebiet, packte das Gerät ein und fuhr mit dem Fahrrad hin. Nach gründlicher Inspektion meinte der Fachmann, dass es wohl am Mainboard läge. Da das vor Ort nicht zu reparieren war, blieb mir nur, den Laptop zum Reparaturservice von Amazon zu schicken. In der Hoffnung, dass das nicht allzu lange dauerte.

11. Juli, Etappe von Les Moutiers-en-Retz nach Saint-Brevin-les-Pins

Gefahrene Kilometer: 48,24

Was sich bereits auf dem Campingplatz bei L’Ile d’Elle angedeutet hatte, setzte sich gestern Nacht fort: Die dritte Zeltstange brach. Natürlich um 3 Uhr in der früh und bei Regen. Irgendwie schien ich seit 2019 echtes Pech mit den Zelten zu haben. Dabei kaufte ich keinen Billigkram, aber entweder muss ich in einer weitaus höheren Preisklasse gucken, als bisher –  150-200 € – oder ich erwischte immer die Montagsmodelle. Dabei hatte das Zelt beim Intersport gute Rezensionen bekommen. Wie auch immer, ich musste mich wohl damit abfinden, wieder einmal ein Notzelt zu kaufen, denn eine Ausgabe über 200 Öcken ist momentan nicht drin. Und wie das bei Provisorien meistens ist: Sie halten länger als gedacht.

Den nächsten Intersport oder Decathlon würde ich allerdings erst wieder in Nantes anfahren können, denn heute war Sonntag und diese beiden Sportgeschäfte in Pornic, was auf meinem Weg lag, hatten zu. Da ich mir unsicher war, ob das Zelt noch bis Nantes halten würde – zwei weitere Stangen zeigen bereits Risse – entschied ich mich, in Saint-Brevin-les-Pins auf einen Campingplatz zu gehen und am nächsten Morgen, vor Start der Etappe, zum E-Leclerc-Sport zu fahren, das einzige Sportgeschäft mit Campingbedarf in diesem Ort.

Um 10.00 brach ich auf bei bedeckten Himmel und nur 17 Grad. Mehr als 19 Grad warm, sollte es heute auch nicht mehr werden. Bis Pornic verlief der Radwanderweg parallel zur Küste und wand sich durch kleine Ortschaften, Hügel und Täler. Die Vegetation verlor nun auch endgültig die letzten mediterranen Pflanzen und wechselte zu einer Landschaft aus Wiesen, Äckern und Rinderweiden.

11. Juli, Etappe von Les Moutiers-en-Retz nach Saint-Brevin-les-Pins

In Pornic entschloss ich mich spontan eine andere Strecke nach Saint-Michel-Chef-Chef – ja, der Ort heißt wirklich so! – zu nehmen. Anstatt weiter auf der La Vélodyssée weiterzuradeln, die der Küstenlinie folgte, nahm ich den kürzeren, wenn auch hügeligeren, Radwanderweg. Er brachte mich über La Plaine-sur-Mer zurück auf die La Vélodyssée. Ich hatte da 14 Kilometer gespart, was sich im Nachhienein als eine gute Entscheidung erwies.

Ursprünglich wollte ich auf dem Campingplatz hinter Saint-Brevin-les-Pins übernachten, da der günstig war und ich schon von der Radwandertour 2018 kannte. Leider konnte man die Zeltplätze nicht reservieren lassen und so kam es, dass ich an der Rezeption erfuhr, dass sie ausgbucht waren. Ich erfuhr aber, dass ein anderer Campingplatz noch Kapazitäten frei hatte, und da dieser nur unwesentlich teurer war, fuhr ich 3 Kilometer zurück und checkte dort ein.

Bis zum Sportgeschäft waren es von hier aus auch nur knapp 3 Kilometer, so würde ich dann morgen früh gleich dorthin fahren können, das Zelt kaufen, und so gegen Mittag dann wieder aufbrechen. Der nächste Campingplatz bei Frossay lag nur 25 Kilometer entfernt, das bedeutete also eine kurze Etappe für mich.

09. Juli, Etappe von Notre-Dame-de-Monts nach Les-Moutiers-en-Retz

Gefahrene Kilometer: 57,92

Ich wartete noch einen Nachzügler von Regenschauer ab, packte dann nach einem Kaffee meine Sachen und startete bereits um 8.50 auf die nächste Etappe. Die würde heute deutlich länger sein, verlief dafür aber größtenteils durch die Marais, was hieß, dass mich nicht allzu viele Steigungen erwarteten. Der Himmel zeigte sich wie gestern auch, bedeckt mit Wolken, regnen sollte es heute aber nicht mehr.

Der erste Teil der Etappe nach La Barre-de-Monts allerdings hatte es noch in sich. Buckel rauf und Buckel wieder runter durch den Küstenwald. Den Rest sparte ich mir und nahm in La Barre-de-Monts lieber den alternativen Radwanderweg und kürzte so gut 4 Kilometer ab. So wie es ausssah, würde sich die Sonne heute wohl nicht mehr blicken lassen, also kein Fotowetter. Da die restliche Strecke ohnehin durch Marais verlief, ergaben sich auch nicht viele fotogenen Motive. Jedenfalls nicht für eine Schnappschuss-Fotografin wie mich. Ein Profi mit enstprechende Ausrüstung würde sicher auch noch aus dieser Landschaft spektakuläre Fotos quetschen! Statt den Atlantik knipste ich heute Windräder. Ich mag deren elegante Ästhetik einfach.

09. Juli, Etappe von Notre-Dame-de-Monts nach Les-Moutiers-en-Retz

Da es weiterhin kühl blieb, brauchte ich wenig Pausen, um etwas zu trinken. Ich konnte auch ein hübsches Tenpo vorlegen und so erreichte ich den Campingplatz schon um 15.00. Die Plätze für Radwanderer waren wirklich schön, mit Tisch und Stühlen und einer Holzhütte, in der es einen Kühlschrank, Milrowelle, Gaskochplatten und Steckdosen gab. Mit 10 € pro Nacht auch noch sehr günstig. Da kann man wirklich nicht meckern. Den morgigen Regentag werde ich dann nutzen zum erholen und schreiben.

08. Juli, Etappe von Givrand nach Notre-Dame-de-Monts

Gefahrene Kilometer: 34,35

Nach einer ruhigen Nacht gönnte ich mir an der Bar einen Kaffee – frisch aufgebrühter ist eine wohltuende Abwechslung vom löslichen – der allerdings so stark war, dass er auch Tote aufgeweckt hätte, packte ich meine Sachen. Weder der wolkenverhangene Himmel, noch der Wetterbericht waren ermutigend, aber ich hatte ja auch für diesen Abend schon einen Zeltplatz reserviert und zudem war die Etappe heute eher kurz.

Ich startete um kurz vor zehn Uhr und fuhr zurück auf den Radwanderweg. Die Strecke führte mich heute über Saint-Gilles-Croix-de-Vie nach Notre-Dame-de-Monts. Der Campingplatz lag 2 Kilometer dahinter. Und auch heute verlief der Radwanderweg abwechslungsreich mal ander Küste entlang, mal durch Orte hindurch und natürlich auch durch Kiefernwälder mit Buckelpiste inklusive.

Wie jedesmal, wenn ich durch die Küstenstädte radele, kann ich nur den Kopf schütteln über die schreckliche Architektur der Hotels, auch Touristenbunker genannt. Sie verschandeln – meiner bescheidenen Mainung nach – echt die gesamte Landschaft und sind so hässlich wie die Nacht dunkel.

08. Juli, Etappe von Givrand nach Notre-Dame-de-Monts

Vor allem Saint-Gilles-Croix-de-Vie glänzte mir diesen Bauten. Zwischendurch tauchte dann mal ein Haus oder eine Kirche dazwischen auf, die mit ihrem mittalterlichen Baustil wie aus der Zeit gefallen wirken. Der große Touristensturm scheint aber noch auszubleiben. Strände, Bars und Restaurants waren leer oder wenig besucht. Da das Wasser des Atlantiks durch die anhaltend kühlen Temperaturen natürlich wenige Badewillige anlockt, vergnügen sich diese lieber in den geheizten Hallenbädern auf den Campingplätzen. Der Geruch nach Chlor stieg mir oft in die Nase, wenn ich an ihnen vorbeiradelte.

Die meisten Radwanderer ließen sich aber nicht von dem nassen und kühlen Sommer abschrecken. Wie bisher auch, fuhren die meisten von ihnen nach Süden und auf dem Radwanderweg herrschte lebhafter Verkehr. Gelegentlich erblickte ich am Straßenrand oder auf den Parkplätzen auch deutsche Autokennzeichen. Berlin, Ulm, München, Wesel … Seltener sieht man Touristen aus Russland oder Irland. Auf den Campingplätzen herrschen momentan noch aus dem Ausland die Niederländer und Belgier vor.

Der letzte Abschnitt der Strecke verlief wieder durch den Wald, was eine Menge Steigungen bedeutete. Anstrengend für mich, aber ich konnte mir ja heute Zeit lassen. Tatsächlich traf ich bereist um 15.00 Uhr am Ziel ein: Camping Orgatte. Der Zeltplatz lag mitten im Wald, war mit 8 € sehr günstig und gut ausgestattet. Es gab Picknickplätze für Radwanderer, einen Foodtruck, eine Waschmaschine  und natürlich die sanitären Anlagen, die sehr sauber waren. Ich nutzte auch gleich die frühe Ankunft, um meine Klamotten und Schlafsachen mal wieder in die Waschmaschine stecken zu können. Bei dem Wetter – das hatte sich ab Mittag deutlich gebessert – würde bis zum Abend alles trocknen können.

Morgen erwartete mich eine deutlich längere Strecke, aber ich plante ohnehin einen Tag Pause auf dem nächsten Campingplatz ein, da am Samstag viel Regen gemeldet wurde. Mir macht es nichts aus, bei Regen zu wandern oder zu reiten – mit meiner Araberstute Ameera war ich wirklich bei Wind und jedem Wetter unterwegs – aber ich hasse Fahrradfahren im Regen! Erst recht, wenn es dazu auhc noch windig ist. Wenn es meine Finanzen also erlauben, setzte ich Regentage lieber aus.